Die Regeln des Erwägungsseminars zur Globalisierung im Sommersemester 2011 (Vorschlag)
Die Leipziger Erwägungsseminare orientieren sich an dem von der Zeitschrift „Erwägen Wissen Ethik“ entwickelten Erwägungskonzept
und wenden es in der Lehre an. Von den Studierenden wird erwartet, dass sie sich aktiv mit der jeweiligen Problematik auseinandersetzen
und eigenständige Darstellungen (z.B. Meta-Kritiken, Analysetafeln, Problemdarstellungen) erarbeiten. Das Erwägen von alternativen
Lösungsmöglichkeiten erfordert die Herstellung einer weitgehend herrschaftsfreien Kommunikation während des Seminars. Nach dem
Startschuss durch einen der Dozenten wird für die nächsten 85 Minuten die sonst beachtete Regel der Worterteilung und der autoritativen
Lenkung der Diskussion außer Kraft gesetzt. Sollte die Gruppe es wünschen, kann zeitweise eine Moderation durch eine(n) Teilnehmer(in)
erfolgen. Eine solche anti-autoritäre Struktur darf nicht mit Regellosigkeit verwechselt werden. Ein basis-demokratisch organisiertes Seminar
muss sich in ein expertokratisch organisiertes Universitätssystem einfügen. Die folgenden Regeln dienen dazu, die unterschiedlichen Strukturen
des Seminars mit denen des Umfeldes in Einklang zu bringen. – Über die Handhabung und die Wirkung der Regeln liegen Seminarberichte von
Teilnehmer/inne/n vor, die unter den „Protokollen“ zu finden sind und dort nachgelesen werden können (jetzt ansehen).
Lesepensum:
Das jeweilige Erwägungsinitial plus ausgewählte und gemeinsam beschlossene Texte (im weiteren einfach: Texte). Im Falle von EWE-Hauptartikel gehört die ganze
Diskussionseinheit zu den Texten.
Inhaltliches Ziel:
Beantwortung der Fragen: Welche Problematik wird in den Texten aufgeworfen und welche alternativen Lösungsmöglichkeiten gibt es?
Methode:
Analyse der Texte hinsichtlich folgender 4 Ebenen:
- (i) Welche Phänomene werden beschrieben?
- (ii) Mit welchen Theorien und Methoden werden diese Phänomene erklärt?
- (iii) Welche Regeln, Werte und Normen spielen eine Rolle?
- (iv) Welche persönlichen Wertungen nimmt der Autor vor?
Diese Leitfragen sind stets mit Belegstellen zu beantworten!
Vorgehensweise:
Abarbeiten und Produzieren von Texten bis zum vorvorletzten Seminar – also 2 freibleibende Seminare am Ende. Je Sitzung sollte mindestens
eine Texteinheit diskutiert werden. Die Vorgabe der zu lesenden Einheiten erfolgt nach einem Themenplan bzw. nach Vereinbarung.
Am Anfang des Seminars steht die Beschlussfassung über das Verlaufs- bzw. Ergebnisprotokoll. Die Diskussion wird eröffnet durch
ein äußerst kurzes Statement (max. 5 min) über den Inhalt des Lesestoffs – orientiert an den Leitfragen („Berichterstattung“). Der Berichterstatter
bzw. die Berichterstatterin wird nach einem Losverfahren bestimmt.
Jede zweite Sitzung kann von einem/einer Seminarteilnehmer/in moderiert werden. Sollte sich im Laufe des Kurses
herausstellen, dass entweder moderierte oder nicht-moderierte Sitzungen effektiver sind, wird auf die effektivere Form umgestellt.
Eine Voraussetzung für den erfolgreichen Abschluss der beteiligten Module wird durch das Erwägungsseminar geschaffen und durch ein Bonus-Malus-Punkte-System
kontrolliert:
- Ausschluss aus dem Erwägungssemnar bei 4 Minuspunkten
- 4 Pluspunkte sind für Bachelorstudenten erforderlich, darunter 2 Punkte durch das Verfassen eines selbst produzierten Textes;
- 6 Pluspunkte sind für Masterstudenten erforderlich, darunter 4 Punkte für selbst produzierten Text.
Punkte können nach folgendem Kriterien auf das persönliche Konto gutgeschrieben werden:
- 1 Minuspunkt bei unbegründetem/unentschuldigtem Fehlen. Als Entschuldigung gilt die Angabe von Gründen ohne weiteren Beleg.
- 1 Plus- bzw. 1 Minuspunkt bei erfolgreicher bzw. mangelhafter mündlicher Berichterstattung (max. 2 Pluspunkte dürfen so erworben werden)
- 1 Pluspunkt für ein schriftliches von der Gruppe bestätigtes Verlaufsprotokoll (freiwillige Basis, max. 1 Pluspunkt darf so erworben werden)
- 2 Pluspunkte für eine schriftliche, referierende und kritische Darstellung einer Position in den Texten auf der EVOECO-Webseite nach Vorstellung
und Diskussion in der Gruppe (freiwillige Grundlage, max. 4 Punkte dürfen so erworben werden). Für die Diskussion stehen in der Regel max. 45 min zur Verfügung.
- 4 Pluspunkte für eine schriftliche Problembearbeitung (unter Hinzuziehen weiterer Literatur, unbeschränkter Punkteerwerb möglich)
- 1 Pluspunkt für die Moderation einer Sitzung (max. 1 Punkt darf auf diese Weise erarbeitet werden)
- Für eine(n) Teilnehmerin besteht die Möglichkeit, 2 Punkte zu erwerben, indem sie oder er sich in die Funktion eines (weiteren) Webadministrators einarbeitet.
Dies macht allerdings nur dann Sinn, wenn die Absicht besteht, ein weiteres Erwägungsseminar zu besuchen.
- Für zwei Teilnehmer/innen besteht die Möglichkeit, maximal 2 Punkte zu erwerben, indem er oder sie Aufgaben in der EVOECO-Redaktion übernimmt.
Sonderregeln für Alt-Teilnehmer:
Bereits erworbene Leistungen werden anerkannt und können in Punkte (4 oder 8) umgewandelt werden. Aufstockung ist nur nach dem neuen System möglich.
Orientierungspunkte/Vorläufige Regeln für Moderatoren
- Moderator/inn/en haben das Recht, Diskussionsteilnehmer/innen zu unterbrechen.
- Moderator/inn/en achten darauf, dass sich Diskussionsteilnehmer/innen nicht gegenseitig unterbrechen (ins Wort fallen).
- Moderator/inn/en setzen durch, dass jede/r, die/der möchte, es aber erkennbar allein nicht schafft, zu Wort kommt.
- Moderator/inn/en achten darauf, dass die Beiträge der Diskussionsteinehmer/innen kurz sind.
- Moderator/inn/en, die erkennbar einen Diskussionsbeitrag halten, verlieren für die Dauer des Beitrages das Recht, jede/n unterbrechen zu dürfen.
Stand: in Kraft gesetzt am 15. April 2011
Eingestellt von: Georg Quaas