Kurzprotokoll zum Erwägungsseminar „Globalisierung“ 15. Sitzung (01.02.2013)

 

Anwesende: siehe  Liste

 

Moderation: niemand

 

Protokoll: niemand

 

Tagesordnung:

 

1. Kurzprotokoll der vierzehnten Sitzung

 

2. Diskussion zum Papier von I. Thamling zum Thema: Moral Hazard – Grund der Eurokrise?  

 

3. Diskussion zum Papier von M. Kersten zum Thema: Die Ansteckungsgefahr Griechenlands – Kollaps oder Illusion?

 

4. Abschließende Bemerkungen

 

Zu 1: Kurzprotokoll zur vierzehnten Sitzung: keine Änderung

 

Zu 2: Diskussion: Herr Thamling gibt eine kurze Einführung zu seinem Text. Die erste darauf folgende Frage betrifft die Definition von „Moral Hazard“ (MH), die „gleich in den Zusammenhang gestellt“ worden sein sollte. Trotzdem ist nicht ganz klar, wer MH betreibt: Staaten, Banken oder Anleger. Ausdrücklich werden die Anleger benannt. Eine andere Frage bezieht sich auf die Existenz des Phänomens als eine der Ursachen der Eurokrise. Im Papier wird bezweifelt, dass das der Fall sei, unterschwellig wird aber unterstellt, dass das irgendjemand behauptet (wer?). Andere sind der Meinung, dass der MH sich auf die Banken beziehen müsse, mit der Begründung, dass die Staatsschulden vor der globalen Finanzkrise gar nicht gestiegen seien. Dagegen wird argumentiert, dass es trotz der konstant gebliebenen Staatsschulden aber ein Problem aufgrund der gestiegenen Zinsen gab. Doch die gestiegenen Zinsen seien, so wird entgegnet, nicht primär auf die Staatsschulden, sondern auf die Gesamtverschuldung, insbesondere die Verschuldung im Ausland (einschl. EZB) zurückzuführen. Selbst am Ende der Diskussion bleibt unklar, welche Aspekte der Eurokrise als MH gewertet werden können – zumal es in der öffentlichen Debatte eher daraum geht, eine solche Rettungspolitik zu betreiben, die MH nicht noch begünstigt.

 

Zu 3: Herr Kersten stellt seine Thesen vor. Als alternative Formulierung für das Problem der Ansteckung wird „Dominoeffekt“ und „Kettenreaktion“ vorgeschlagen. Das Papier konzentriert sich auf die Frage, ob überhaupt ein Effekt eines Staatsbankrotts Griechenlands auf irgendeinen anderen Staat zu befürchten ist. Die Diskussion konzentriert sich auf das Thema Inflationsgefahr, die aber im Papier als ein möglicher Übertragungsmechanismus gar nicht behandelt wird. Des Weiteren wird nach der historischen Erfahrung gefragt, die aber auch kein Thema ist.   

 

Zu 4. Kurze Auswertung des Seminarverlaufs und für Information über die Schwerpunkte der Klausur vorgesehen.

 

Die Information über die Schwerpunkte der Klausur erfolgt am Anfang des Seminars. Außerdem der Hinweis, dass mit dem Einreichen der fertigen Papiere vermerkt werden sollte, wenn keine Publikation gewünscht wird.

 Herr Arglist, der zum zweiten Mal an einem Erwägungsseminar teilnimmt, findet, dass die Aufteilung zwischen Lesestoff und Produktion von Papieren in diesem Semester besser gelungen ist.

Die Inaktivität des überwiegenden Teils der Gruppe beim Bearbeiten der Erwägungstafel wird durch diese mit der Furcht, etwas falsch zu machen, erklärt. Außerdem müsse man abwägen, was man mache, um den Druck, der von anderen Lehrveranstaltungen ausgehe, zu entsprechen. Am Anfang des Seminars habe es Orientierungsschwierigkeiten gegeben, was von den Seminarleitern erwartet werde. Seminare, in denen diskutiert werde, seien selten. Die mangelhafte Fähigkeit, Texte zu Papier zu bringen (insbesondere mit Blick auf Rechtschreibung und Grammatik) wird damit erklärt, dass in anderen Lehrveranstaltungen oftmals nur die Abgabe von Stichpunkten abverlangt werde. G. Quaas äußert seine Freude darüber, dass gegen Ende des Seminars trotz des zwischenzeitlichen Hängers das Ziel doch noch erreicht worden sei.

 

Protokollant:

G. Quaas