Kurz-Protokoll zum Erwägungsseminar „Globalisierung“ 14. Sitzung (22.07.2008)

 

Moderation: niemand

 

1.Vorschlag der Tagesordnung (wie beschlossen; siehe unten)

 

2. Revision der Protokolle:

 

Kurzprotokoll #13:  keine Änderungen

 

3. Quaas-Keller-Ferger-Debatte

 

Vorschlag: Jeder sagt, wie er oder sie die Unterschiede zwischen den 3 Positionen sieht. – Keine Resonanz.

 

Vorschlag: Die drei Autoren sagen, woraus es ihnen ankommt.  

 

G.Q. möchte eine Ethik auf wissenschaftstheoretisch vertretbarem Niveau. Im fraglichen Zusammenhang bedeute das, die Unterscheidung zwischen deskriptiven und präskriptiven Sätzen zu berücksichtigen.

 

Ch. Keller sieht Ulrichs Anliegen darin, die Verwendung von Theorie mit einbeziehen zu wollen. Ansonsten behauptet er die unentwirrbare Verwobenheit der Theorie mit der Praxis.

 

F. Ferger behauptet, dass es keine reine Theorien gibt. Ulrich wolle präskriptive und deskriptive Sätze verbinden.

 

-         Hinweis auf Solows Wachstumstheorie als Beispiel für eine reine Theorie

-         Drückt sich in der Auswahl des Gegenstandes (Wachstum) schon eine Empfehlung aus?

-         Hinweis auf Club of Rom: Wachstum muss gebremst werden!

-         Ist die Rassentheorie moralisch neutral? 

-         Beispiel für rein deskriptive Sätze aus Hares Ethik, die normativ aufgefasst werden könnten, aber nicht sind

-         Hinweis auf die Umganssprache, die eine strikte Trennung der beiden Aspekte (deskriptiv und präskriptiv) nicht zulasse

-         Rolle der Wissenschaft (Ethik) bei der Bekämpfung von rassistischen Theorien

-         Zurück zur Ökonomik: keine Einigung über die Frage, ob allein aus der ökonomischen Theorie normative Empfehlungen abgeleitet werden können oder ob das zwingend die Hinzunahme von Normen, Werten etc. voraussetze

-         Die Kritik an dem logischen Widerspruch zwischen Fergers Thesen (1), (2) und (6) auf der einen Seite und (14) auf der anderen Seite wird zurückgewiesen: Es gibt diesen Widerspruch gar nicht

-         In der Diskussion wird deutlich, dass der Begriff der Ableitung nicht im streng logischen Sinne verwendet wird

-         Kritisiert wird, dass neoliberale Sätze wie der zum Mindestlohn ohne ausreichende empirische Grundlage als Grundlage für Politikempfehlungen verwendet werden

-         Hinweis darauf, dass (i) Theorien (im weitesten Sinne) als Handlungsorientierungen gebraucht werden und (ii) dass man eine Theorie so lange vertreten kann wie sie nicht widerlegt ist

-         An Ende der Diskussion gibt es folgende Annäherung der Positionen: Ferger unterscheidet zwischen der (zu kritisierenden) Großideologie und den Theorien, auf die sie sich stützt; G. Quaas räumt ein, dass bestimmte Theorien besser als andere zu einer bestimmten Ideologie passen.

-         Trotzdem bleibt ein unversöhnlicher Rest. Hinweis darauf, dass diese Gruppensituation ein Spiegel dafür ist, was oft in EWE abläuft.

 

Abschließende Statements:

 

F. Quaas widerspricht der These, dass es in der Diskussion keine Veränderung der Standpunkte gab. 

 

G. Quaas drückt das Gefühl aus, dass er trotz Aufbieten seiner besten Argumente den Einwand der Komplexität nicht überzeugend ausräumen konnte.

 

G. Freytag glaubt, die Stärken und Schwächen der Integrativen Wirtschaftsethik besser kennen gelernt zu kennen.

 

H. Hübener würde jetzt gegenüber der Position von Ulrich sensibler argumentieren als am Anfang des Seminars. 

 

F. Ferger sieht sein Argumentationsfähigkeit erheblich gestärkt.

 

Ch. Keller empfand die Beschäftigung mit der Diskursethik als den größten Gewinn.

 

 

4. Beschlüsse:

Ende des zweiten Erwägungsseminars zum HA von Peter Ulrich.

 

Protokollant:

G. Quaas