Kurzprotokoll zum Erwägungsseminar „Globalisierung“ 12. Sitzung (15.01.2016)

 

Anwesende:  siehe Liste!

 

Ablauf

 

1. Organisation: Moderation? Protokoll? Hausarbeitsthemen?

 

2. Protokollkontrolle

 

3. Potenzielle Klausur-Fragen zu Piketty

 

4. Diskussion Kapitel 12

 

5. Aufgaben für das nächste Seminar

 

Zu 1.

 

Moderation: niemand

 

Protokoll: keines.

 

Die Hausarbeit von Herrn Loeper widmet sich dem Begriff des Humankapitals in Anlehnung an Garry S. Becker und mit Blick auf die Ablehnung dieses Begriffes durch Piketty. Dabei sollen auch Schnittstellen zur BWL deutlich gemacht werden – wenn es diese gibt.

 

 

Zu 2:. Keine Änderungen

 

Zu 3:

 

Vorab-Info: Die Übersetzung, dass r > g eine Divergenz fördernde „Kraft“ sei, entspricht dem französischen Original.

 

Das Statement gibt Frau Boerger. Wie verträgt sich der Nachweis, dass größere Vermögen in der Lage sind, höhere Renditen zu erwirtschaften, mit der Cobb-Douglas-Produktionsfunktion? Müsste man nicht auch die Wachstumsraten differenziert betrachten?

 

Er erfolgt eine breite Diskussion der Durchschnittsprofitrate, so wie sie in der ökonomischen Klassik verstanden wurde, hinsichtlich der Frage, ob es realistisch ist, sie der Wanderung des Kapitals zugrunde zu legen. Es erfolgt eine Abgrenzung vom statistischen Konzept des durchschnittlichen Profits. Bezweifelt wird, dass das Kapital im Bereich der Realwirtschaft so flexibel ist wie das klassische Konzept unterstellt.  

 

Die Cobb-Douglas-Produktion beansprucht Gültigkeit auf mikro- und makro-ökonomischer Ebene. Pikettys Analysen im 12. Kapitel deuten darauf hin, dass auf betriebswirtschaftlicher Ebene eher von einer wachsenden Grenzleistung des Kapitals ausgegangen werden muss. Allerding berücksichtigen diese Analysen nur einen winzigen Teil der Kapitalien. Außerdem würden positive Skaleneffekte nach Solow 1957 nicht als Widerlegung der CD-Pf gewertet werden können, sondern als Streckung der ganzen Kurve.

 

Für den Produktivitätseffekt werden soziale Effekte und Spezialwissen verantwortlich gemacht.

 

Die Frage, warum Piketty den Einfluss der Nachfrage auf das Wachstum einer Volkswirtschaft und ihres Kapitalstockes nicht berücksichtigt, bleibt offen.

 

Wachstum wird von Piketty auf S.575 als eine Kraft behauptet, die die Gleichheit fördert. Damit widerspricht er seiner eigenen Aussage, dass es keinen ökonomischen Mechanismus gibt, der zu mehr Gleichheit führt (in seiner Auseinandersetzung mit Kuznets und gelegentlich im Text).

 

Zu 4: Es wird eine Liste von möglichen Prüfungsfragen vorgelegt. Bis auf Frage 7 erscheinen alle Fragen als beantwortbar – zumindest für die Teilnehmer am Erwägungsseminar.  

 

Zu 5: Zum nächsten Mal ist das Kapitel 13 zu lesen und der Kommentar von Solow zum Buch. 

 

Protokollant:

G. Quaas