Kurzprotokoll zum
Erwägungsseminar „Globalisierung“ 12. Sitzung (20.1.2012)
Anwesende: siehe Liste
Entschuldigt: M. Mehlhorn, R.
Wießner
Moderation: niemand
Protokoll: niemand
Tagesordnung:
1. Aufgabenerfüllung
2. Diskussion und
Verabschiedung des Kurzprotokolls 10. Sitzung
3. Diskussion und
Verabschiedung des Protokolls 10. Sitzung
4. Diskussion und
Verabschiedung des Kurzprotokolls 11. Sitzung
5. J. Tomaschky: New Austrians
6. F. Pescht: Italienkrise
7. Festlegungen für die
nächste Sitzung
Verlauf:
Zu 1: Es liegen ein Papier
von J. Tomaschky und eine Information (Spiegelbericht) von F. Pescht vor. Die
Autoren Sell & Sauer haben sich inhaltlich geäußert. Die Antwort erscheint
demnächst auf der Webseite – zusammen mit der Replik (siehe Kritiken 2. und 3.
Stufe).
F. Quaas berichtet kurz über
den Tag der Lehre an der Paderborner Universität. Es wird in Aussicht gestellt,
den Seminarbericht in der Gruppe zu diskutieren.
Zu 2, 3, 4: Richtigstellung
der Namen erforderlich, betr.: Sell, Tomaschky.
Zu 5: Diskussion zu den New
Austrians (J. Tomaschky). Das Statement gibt A. Erdmann. Lobend wird die
Überschrift („Austrians … am Drücker“) hervorgehoben. Begründet wird diese
Behauptung mit der gelungenen Erklärung der Überinvestition in Immobilien in
den USA. Herr Erdmann hat eine Reihe von Fragen, deren Klärung in der
anschließenden Diskussion nur teilweise gelingt. Hier einige davon: Wie ist das
Verhältnis zwischen Regionalgeld und Zentralbankgeld beschaffen? Es scheint
notwendig, zwischen eurobasiertem Regionalgeld, reinem Tauschgeld – zum
Beispiel in Arbeitseinheiten oder fiktiven Euro gemessen – und schließlich dem
Geld der Freiwirtschaftler zu differenzieren. Was hat elektronisches Geld
(bitcoin) mit der Idee des free-banking zu tun? Etc.
Als roter Faden der Kritik
der österreichischen Schule wird von J. Tomaschky die willkürliche Festsetzung
eines Zinssatzes durch die Zentralbanken angegeben. Da jedoch jede Bank den
Zinssatz nach Gusto festsetzt, trifft diese Charakteristik nicht die Spezifik. Die
Annahme, dass Geschäftbanken den natürlichen Zinssatz der Austrians immer
treffen, ist sicher unrealistisch. Das müssen sie aber auch nicht, da lediglich
eine freie Entfaltung der Marktkräfte gefordert wird. Als Alternative (für den
roten Faden der Kritik der Austrians) wird angeboten, die dominierende Rolle
einer Zentralbank in einem bestimmten Gebiet anzusehen. In der Diskussion
einigt man sich schließlich, dass das zweistufige Bankensystem die von den
Austrians aufgeworfenen Probleme verursacht, insbesondere habe der niedrige
Leitzins der FED das spekulative Verhalten der US-amerikanischen
Geschäftsbanken im Vorfeld der Immobilienkrise begünstigt.
Eine weitere Frage betraf die
Möglichkeit einer Zentralbank ohne Leitzinssatz – wobei letzteres als Leitzinssatz
= Null interpretiert wurde. Allerdings entstanden die Probleme (Platzen der
Immobilienblase) erst, als der Zinssatz wieder erhöht wurde. Im Papier von
Herrn Tomaschky wird davon ausgegangen, dass eine 100-prozentige Deckung von
Bankkrediten nicht möglich ist. Dadurch entstand die Frage, wie hoch die
Deckung wohl sein sollte. Die Möglichkeit, dass Banken durch Unternehmen wenig
demokratischer Staaten übernommen werden könnten, rief Unverständnis hervor,
weil der Zusammenhang zur politischen Dimension unklar bliebe.
Zu 6: In Ermangelung einer
schriftlichen Diskussionsgrundlage wurde auf das Statement verzichtet. Frau
Pescht fasste den Spiegelartikel hinsichtlich der für sie wesentlichen Fakten
zusammen: Die Situation Italiens sei durch hohe Schulden, einem Null-Wachstum,
eine falsche Verteilung der staatlichen Mittel und einem zu großen
Staatsapparat auf der einen Seite, und dem Optimismus der Italiener auf der
anderen Seite gekennzeichnet, die das Problem eher in dem sturen Verhalten der
Bundeskanzlerin sehen. Der Optimismus der Italiener stütze sich auf die
Tatsache, dass „nur“ der Staat, aber nicht die privaten Haushalte verschuldet
sei(en). Der neue Regierungschef Monti (Ehrendoktor der Leipziger Universität)
plane ein Sparpaket im Umfang von 33 Mrd. Euro, das Steuererhöhungen und
Rentenkürzungen beinhalte. F. Pescht befürchtet, dass das Sparpaket Italien
nicht wirklich helfen wird. Wichtiger sei, etwas gegen das Nullwachstum zu tun.
Die Staatsschulden könnten beispielsweise entschärft werden, indem die Privaten
sie übernähmen. Dafür sieht Frau Pescht angesichts des Patriotismus der
Italiener gute Chancen. Ein Plus sei weiterhin die Wettbewerbsfähigkeit der
italienischen Wirtschaft. Frau Pescht schlägt den Verkauf der zahlreichen
italienischen Staatsbetriebe vor. Aus der Gruppe heraus wird jedoch bezweifelt,
dass es eine gute Idee ist, profitable Unternehmen zu verkaufen, da sich
dadurch die laufenden Einnahmen des Staates verringerten; außerdem brächte der
Verkauf wenig profitabler Firmen auch wenig ein. Es stellt sich heraus, dass es
bei dem Vorschlag weniger um die Tilgung der Schulden geht, sondern um die
weitere Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der italienischen Wirtschaft, um das
Null-Wachstum zu überwinden. Dann würden sich auch höhere Staatseinnahmen
einstellen.
Zu 7. Beschlüsse
In der nächsten Sitzung
sollen behandelt werden:
R. Chomicka: FOCJ
R. Wiesner: Chinas
Europa-Politik
I. Zeidler: Ideenskizze zum
Thema: Produktive Anwendungen von Sparvermögen.
Protokollant:
G. Quaas