Kurzprotokoll zum Erwägungsseminar „Globalisierung“ 12. Sitzung (01.07.2011)

 

Anwesende: 8 + 2

 

Moderation: niemand

 

Protokoll: C.Behnisch

 

 

Tagesordnungsvorschlag:

 

1 Nochmaliger Aufruf des Protokoll der 9. Sitzung

 

2 Kurzprotokoll der 11. Sitzung

 

3 Diskussion des Papiers von K.Daum: Gastarbeiter in der DDR

 

4 Diskussion des Papiers von Th.Krause: Zum Beitrag „deconstruction the argument for free trade“

 

5 Aufgaben für die nächste Sitzung.

 

Die vorgeschlagene Tagesordnung wird gebilligt.

 

Zu 1: keine weiteren Korrekturvorschläge

 

Zu 2: keine Änderungswunsch

 

Zu 3: Das Statement gibt nach Auslosung G. Quaas. Ihm fehlt eine resümierende Einschätzung, ob das Gastarbeitersystem in der DDR funktioniert hat. Die zwei Aussagen, die sich dazu im Text befinden, seien bloße Vermutungen bzw. irrelevant (DDR nach 1989). Es entspinnt sich eine Diskussion über die Situation von Gastarbeitern und Gastakademikern in der DDR. Ob damit Rodriks Vorschlag gestützt werden kann, bleibt offen. Es hat aber den Anschein, dass er zumindest als diskutierenswert angesehen wird.

 

Zu 4: Das Statement gibt nach Auslosung Th.Krause. Dabei hebt er die Hauptargumente seines eigenen Papiers hervor. Konsens besteht hinsichtlich der Kritik, dass Krugman und Obstfeld die Bewertung des Freihandels durch Samuelson einseitig wahrnehmen, indem sie nur die Argumente für den Freihandel aufgreifen. Es scheint auch Konsens zu herrschen, dass das Kompensationsschema (die Verlierer des Freihandels müssen aus den Gewinnen kompensiert werden) von Ökonomen in der Regel empirisch zu wenig untersucht werde. Meinungsverschiedenheiten gibt es hinsichtlich der Frage, ob das Kaldor-Hicks-Kriterium überhaupt angewendet werden kann, nachdem es nachgewiesenermaßen zu Widersprüchen führt. Streit entbrennt um die Frage, was eine (ökonomische) Verteilungstheorie leisten können muss, insbesondere, ob dabei Fragen der Gerechtigkeit und entsprechende Empfehlungen einbezogen werden müssen. Von zwei Mitgliedern wird dies strikt verneint (das gehöre zur praktischen Philosophie bzw. zur Wirtschaftsethik), von zwei oder drei anderen Teilnehmern bejaht. Diskutiert wird auch der Anspruch, der an sog. Lehrbücher zu stellen ist. Auch hier ist die Gruppe gespalten, da einige meinen, die Realität solle richtig und detailliert dargestellt werden, während von anderer Seite den Lehrbüchern lediglich die Aufgabe zugewiesen wird, die gängigen Theorien zu vermitteln, um an deren Test heranzuführen. Darüber hinaus wird der Realitätsgehalt von Wohlfahrtsfunktionen und, etwas  allgemeiner, Nutzenvergleichen problematisiert.

 

Die Autoren wurden aufgefordert, ihre Papiere aufgrund der Hinweise zu überarbeiten, wenn sie das für sinnvoll erachten, um sie dann zur Veröffentlichung einzureichen. Die Redaktion möchte, dass dabei nur Papiere mit Grafiken und komplizierten Formeln ins pdf-Format konvertiert werden.

 

Zu 5: Für die nächste Sitzung werden folgende Beiträge bereitstehen:

 

M.Essers/K.Goeller: Das magische Dreieck: Fallbeispiel Schweiz

C.Behnisch: Überarbeitetes Papier auf der Grundlage ihres Handouts

K.Müller: Zu Griechenland als EU-Mitglied.

 

Protokollant:

G. Quaas