Protokoll zum Erwägungsseminar „Globalisierung“ 11. Sitzung (04.07.2014)

 

Anwesende: siehe Liste

Moderation: keine

 

Tagesordnung:

 

1. Überprüfung des Kurzprotokolls

2. Kurz-Info zum begleitenden Lehrstoff

3. Diskussion zu „Grundsätze einer liberalen Gesellschaftsordnung“

4. Festlegungen für die nächste Sitzung

 

Zu 1: keine Anmerkungen

 

Zu 2: Bachelor: Keine Sitzung aufgrund der Abwesenheit des Doz. Dr. Quaas. Master: Postkeynesianismus und das Modell von Joan Robinson.

 

Zu 3: Das Statement gibt freiwillig Herr Bartl: Die „Grundsätze einer liberalen Gesellschaftsordnung“ sind eine strukturierte Zusammenfassung der bisherigen Textsammlungen. Dennoch werden aufgrund der tief gehenden Materie viele Fragen zu klären sein: (i) Was genau ist unter „common law“, „rule of law“ und „government under the law“ zu verstehen? (ii) Welche genauen Verhaltensregeln führen zur spontanen Ordnung, die im Liberalismus zu finden ist? (iii) Freien Menschen dürfte nur vorgegeben werden, was sie nicht tun sollten. Dieses steht jedoch in Kontrast zu der von Hayek selbst eingeräumten Ausnahme, dass in bestimmten Fällen Menschen zu Handlung verpflichtet seien, beispielsweise beim Retten von Leben. Wie wird diese inkonsistente Aussage legitimiert?

 

(i) Es wird konstatiert, dass die beiden Freiheitsbegriffe, Demokratie und Liberalismus, vom Naturrecht ausgehen, sich jedoch in Hinblick auf positives Recht unterscheiden. So fordert der Liberalismus die Orientierung an allgemeinen Verhaltensregeln, welche universelle Gültigkeit besitzen müssen. Diese Eigenschaft ist jedoch aufgrund der Abstraktheit der Verhaltensregeln nicht umsetzbar. (ii) Anschließend wird eine Diskussion über Hayeks Definition des Liberalismus geführt, nach der der Liberalismus eine „wünschenswerte politische Ordnung“ sei. Besonders der Begriff „wünschenswert“ steht im Mittelpunkt. Kann in einer spontanen Ordnung, in der der eigene Einfluss begrenzt ist, etwas „wünschenswertes“ eintreffen? Wird dabei womöglich die Regel von David Hume verletzt, nach der sinngemäß „aus dem Sein kein Sollen“ abzuleiten ist? Es ist festzustellen, dass sich Hayek mit dieser Frage nicht weiter befasst und für ihn die „wünschenswerte“ Ordnung eindeutig zu sein scheint. (iii) Darüber hinaus werden einige Regeln erläutert, die im Liberalismus wichtig sind. Hayek fordert, dass die Gerechtigkeit auf menschliche Handlungen zu beziehen ist, nicht jedoch auf die Ergebnisse der menschlichen Handlungen. Es stellt sich jedoch die Frage, wie damit umzugehen ist, wenn Akteure in einem marktwirtschaftlichen Prozess zur eigenen Vorteilnahme agieren, dabei jedoch Folgen auftreten, die unvorhersehbar waren und die Privatssphäre anderer verletzen. Schützt also Unwissenheit vor Strafe? Die Problematik gestaltet sich in der Bewertung als äußerst schwierig, da die Ergebnisse der menschlichen Handlungen zur Bewertung der Handlungen rückwirkend herangezogen werden.

 

 

Zu 4: Zu lesen wäre: Radnitzky „Die ungeplante Gesellschaft“ und Ötsch „Freiheit und Manipulation im Diskurs um den Markt“.

 

Protokollant:

D. Ceylan

 

Hinweis von F. Quaas:

https://mises.org/etexts/hayekintellectuals.pdf