Protokoll EWE 18.12.2015

 

Anwesende: Pascal Meissner(PM), Benjamin Loeper(BL), Niels v.d. Loos(NL), G+F Quaas(GQ/FQ), Lara Boerger(LB), Tim WinzlerTW)

 

PM: - - Managergehälter hängen von kultureller Akzeptanz ab. Aber warum ist das so, speziell in USA, weniger in D?

BL:  Es ist eine Vorstellung von Leistung, die den entscheidenden Unterschied macht.

LB: Jedes Land muss ökonomisch einzeln betrachtet werden.

NL: Neoliberale Revolution a la Thatcher in Großbritannien und Reagan in den USA schafft Akzeptanz und Toleranz für spreizende Einkommen.

BL: Sinkende Einkommenssteuer gleichzeitig Ursache und Ausfluss von neoliberaler Revolution.

FQ: Keine invisible hand bei Lohnverteilung; Grenzproduktivitätstheorie nicht anwendbar (jeder müsste sonst bei gleicher Tätigkeit gleichen Lohn erhalten), aber manchmal wendet er (Piketty) es doch an. Wie neoklassisch ist Piketty? Es sind soziale und gewerkschaftliche Faktoren, die eine Rolle spielen (auch BL)

GQ: Grenzprodukt spielt nach P. eine Rolle. Abweichung bei hohen Einkommen, die an die Rendite der sehr Vermögenden heranreichen.

FQ: Mit Leistung und Grenzprodukt hat das nichts zu tun.

 GQ: Der arme Statistiker: Arbeitet jemand 18h pro Tag, oder spielt er an der Börse? Wie klassifiziert der Statistiker dessen Einkommen? Einige Arbeitseinkommen sind so hoch wie Kapitaleinkommen. Das kann man nur feststellen, wenn man die Einkommen nach Rechtsformen klassifiziert.

FQ: Es gibt keine Theorie, die dazu passt. Es ist in Wirklichkeit wie bei Polanyi’s Arbeitsmarkt- er bleibt eine Fiktion.

GQ: Grenzproduktivität nur gültig für mittlere Einkommen.

BL: Vollständiges Arbeitsangebot, aber auch vollständige Nachfrage? Ist in der Praxis ein vollständiger Wettbewerb gegeben?

FQ: Monopson-Nachfragemonopol- kann gute Auswirkungen auf Löhne haben.

GQ: Ein weiterer Faktor- die Vermachtung des Marktes. Abweichungen von Grenzproduktivität als objektiver Messfaktor für die Marktvermachtung.

BL: Welche Auswirkungen hat ein Mindestlohn auf die Arbeitsnachfrage im Monopson?

GQ: Ein sich erhöhendes Arbeitsangebot kann auch durch zu niedrige Löhne erzeugt werden.

TW: Was ist Marktvermachtung?

GQ: Politische Regelungen des Marktes. Gewerkschaften können z.B. die Lohnspirale nach unten aufhalten, wie man an der USA der 30er Jahre sehen kann. Die Preisstabilität wird dadurch erreicht.

 

TW:  Bekommt Robert Downey Junior für das Spielen von Iron Man mit 50 Mio Dollar plus Profitbeteiligung sein Grenzprodukt, wie Greg Mankiw behauptet?

http://www.nytimes.com/2014/02/16/business/yes-the-wealthy-can-be-deserving.html?_r=0[1]

 Trägt er nicht zum Spass für so viele Kinobesucher bei?

FQ: Man kann eben alles über subjektiven Nutzen erklären und rechtfertigen.

PM: Wo ist der Nutzen für die Firma, z.Bsp. bei entlassenen Managern, deren Verträge und Bezüge nach Entlassung weiterlaufen.

GQ: Auch ohne Arbeit kann man viel verdienen. Schauspieler mögen viel Geld verdienen, aber geht es P. nicht vielmehr um Kapitalerträge (arbeitsloses Einkommen)?

FQ: Darum geht’s im nächsten Kapitel. Aber was ist mit Managern, die so viel Einkommen bekommen? Dafür gibt es keine ökonomische Begründung.

GQ: Für den Ökonomen ist nur wichtig, dass die ‚Beute‘/der Erlöse da ist, und nicht, wodurch die Verteilung bestimmt ist. Der Ökonom ist nur zum Teil für die Verteilung zuständig.

FQ: Piketty will auch andere Sozialwissenschaften ins Spiel bringen. Wie muss man Verteilung regeln? Ist es wissenschaftlich oder politisch zu bewerkstelligen? Wer bekommt das Surplus?

GQ: Es gibt eine endogenisierte Verteilungstheorie in der neo-klassischen Synthese; bei anderen Schulen ist die Verteilung exogen (Marx, Neoricardianer).

FQ: Das Verhältnis von Mehrarbeit zu notwendiger Arbeit bestimmt den Lohn, sozialer Kampf entsteht zwischen den Klassen um das Surplusprodukt.

GQ: Der Verteilungskampf als politischer Faktor. Man kann nicht alles erklären als Ökonom, es gibt Grenzen der disziplinären Erklärungskraft.

FQ: In der Neoklassik ist es die Verquickung von ökonomischen mit politischen Elementen. Man muss möglichst gute Theorien finden, die die Verteilung beschreiben. Bei der Neoklassik ist das zu bezweifeln.

GW: Wenn jemand in der Arbeitsmarkt eintritt und anbietet, hat das Auswirkungen auf alle, die schon auf dem Arbeitsmarkt sind? Ist es der letzte Arbeiter der den Grenzertrag bekommt oder sind es alle Arbeiter?

FQ: Siehe Menger der österreich. Schule: Grenzprodukt betrifft nur das letzte Gut. Im gegensatz zu  von Wieser: das Grenzprodukt gilt für alle Güter. (Parallele Argumentation für Entlohnung)

BL: Warum kann jemand, der ein hohes Kapitaleinkommen hat, auch einen hohen Lohn durchsetzen? Die Reichen und Superreichen eignen sich das Gros des ökonomischen Wachstums an. Wie passiert das?

TW: Siehe Kapitel 9 letzte Seite, wo durch Think Tanks und Lobbyismus die Aneignung von Wachstum gerechtfertigt wird. Die Hochlohn-/Hochprofitgruppen beeinflussen durch ihr Geld ihre eigene Machtposition, etwa via Volker Fund, INSM, etc..

FQ: Hochglanzpublikationen und extensive Internetpräsenzen schaffen Publizität.

GQ: Aber wer will etwa für 100.000 Euro einen Rektorjob machen?

Plan für nächstes Seminar nach Weihnachten: Kapitel 10, 11 lesen!

LB: Sollten wir noch Texte über Piketty/das Buch reinnehmen?

GQ: Kritiken 1.Stufe werden über Weihnachten auf die HP gestellt. Formeln können im Web nachgelesen werden.

 

 

 



[1] Letzter Zugriff: 18.Dezember 2015