Kurzprotokoll zum Erwägungsseminar
„Globalisierung“ 10. Sitzung (6.1.2012)
Anwesende: siehe Liste
Entschuldigt: A. Penetrante
Moderation: niemand
Protokoll: I. Zeidler
Tagesordnung (Vorschlag):
1. Aufgabenerfüllung
2. Diskussion und
Verabschiedung des Kurzprotokolls
3.+4.+ evt. 6.: Diskussion
der Texte: Reihenfolge bereits festgelegt: Artikel von Seel
und Sauer, Papier von M. Elias und von K. Zalewski
5. Festlegungen für die
nächste Sitzung
Verlauf:
Zu 1: Es liegen die Papiere
von M. Elias und von K. Zalewski vor.
Zu 2: Änderungen am
Kurzprotokoll: keine.
Zu 3: Diskussion zu Sell und Sauer.
Das Statement gibt M.
Mehlhorn.
In der Diskussion werden von
G. Quaas mehrere logische und empirische Widersprüche
aufgedeckt: (i) Der Definition der Zinsrate (immanente Profitrate) durch den
Tangens-Alpha (c (Konsum) / t (Zeit)) widerspricht, dass der Wert der
intermediären Güter = dem Kapitalstock ist, und die Formel deshalb c / (c*t*1/2)
(Nenner = Fläche des Dreiecks)) lauten müsste. (ii) In einer geschlossenen
Volkswirtschaft ist es nicht denkbar, dass die Ersparnis (= der Teil des
Produkts, der nicht konsumiert wird) nicht mit der Investition übereinstimmt.
(iii) Weiterhin unter der Voraussetzung, dass S = Y – C und Y = const (letzteres wird im Text ausgewiesen), ist es ein
logischer Widerspruch, eine Gerade für S und I anzunehmen, während der
Zusammenhang zwischen C und I (Produktionsmöglichkeitskurve) nicht-linear ist.
Es wird festgestellt, dass die Produktionsmöglichkeitskurve nur plausibel wäre,
wenn anstelle von Werten der Nutzen dargestellt worden wäre. (iv) Wenig plausibel ist die Konsequenz aus dem Hayekschen
Dreieck, dass bei einer geringeren Profit- bzw. Zinsrate und geringerem Erlös
mehr investiert wird. (v) Nicht mit den Fakten stimmt die Konsequenz aus dem
Modell überein, die GIPS-Staaten hätten den niedrigen
Zinssatz nach Einführung des Euros dazu genutzt, in Fertigungen zu investieren,
die besonders lange dauern und deshalb mehr Investitionen benötigen. (vi) Schließlich wird bemängelt, dass der Nutzen von
Volkswirtschaften, deren Wohlergeben von Exportmöglichkeiten abhängen, in der
Wohlfahrtsanalyse nicht berücksichtigt wird.
Aus pädagogischer Sicht wird
thematisiert, welche Reaktionen der Nachweis solcher Widersprüche auslöst.
Genannt werden: der Wunsch, zu hören, was sich die Urheber gedacht haben; der
Impuls, zu versuchen, die Widersprüche entweder aufzuklären oder zu lösen; aber
auch: sich lieber nach einer anderen Theorie umzusehen. Unausgesprochen bleibt
ein sichtbares Unbehagen mit der entstandenen Situation, die darin besteht,
dass ein veröffentlichter wissenschaftlicher Artikel von Experten eine Reihe
von Widersprüchen aufzuweisen scheint.
Zu 4: Diskussion zu M. Elias:
Der Euro-Rettungsschirm
Das Statement gibt R.
Wiesner. Seine Nachfragen beziehen sich auf die Abgrenzung zwischen EFSF und
ESM. Soweit dazu Informationen vorliegen, wurden die Fragen von M. Elias
beantwortet. Der Beitrag soll mit einer Korrektur (Jahreszahl 2007 à 2008) veröffentlicht werden.
Zu 5: Diskussion zu K. Zalewski: Zur Schuldenbremse
Auf nächste Sitzung
verschoben.
6. Beschlüsse
In der nächsten Sitzung
werden die folgenden zwei Punkte behandelt:
Schuldenbremse (K. Zalewski)
Kritik an Baader (M.
Rossberg)
Später: New Austrians (J. Tomaschky)
In Vorbereitung:
I. Zeidler recherchiert zur
Diskrepanz produktiver (investiver) Anwendungen und Vermögen.
F. Pescht
möchte sich mit der Italienkrise beschäftigen.
R. Wiesner nimmt Chinas
Europa-Politik ins Visier.
Protokollant:
G. Quaas