Kurzprotokoll zum Erwägungsseminar „Globalisierung“ 9. Sitzung (10.06.2016)

 

Anwesende: Teilnehmer/innen am Modul Evolutorik II (Masterstudiengang) und Teilnehmer/innen am Modul Globalisierung (Bachelorstudiengang) und ein Gast aus Lesezirkel von Oikos

 

Die Liste liegt vor.

Protokoll: niemand

Moderation: niemand

 

Tagesordnung

 

1. Protokollkontrolle zur 8. Sitzung

2. Diskussion der erreichten Erkenntnisse anhand der Protokolle

3. Kritik von Stadermann

4. Aufgaben

 

Zu 1. Keine Korrekturen außer Rechtschreibung.

 

Zu 2. Diskutiert wurden die Positionen laut Protokolle der zweiten bis fünften Sitzung.

 

Konsens wurde hergestellt in folgenden Punkten:

- das Vermögen des Geldes besteht in seiner Kaufkraft; offen bleibt die Frage, ob Geld noch etwas anderes vermag [zum Beispiel, Kredite zu vergeben und dadurch Einkommen zu generieren – G.Q.];

- die Vermögensqualität des Geldes hängt dem entsprechend von der (schwankenden) Kaufkraft des Geldes ab (Inflation, Deflation);

- neben dem Geld gibt es Sachvermögen; es wird aber bezweifelt, ob Riese Sachvermögen hinreichend berücksichtigt;

- Vermögenswerte sind in Geld ausgedrückte Werte (Sachwerte, Wertpapiere)

- Geld ist ultimatives Zahlungsmittel zur Kontrakterfüllung; es bleibt offen, ob Riese damit das Geld definieren will, oder ob er Geld durch Zentralbankgeld definiert; in beiden Fällen wird ein Widerspruch in Rieses Konzeption gesehen;

- der Zinssatz ist nicht das einzige Mittel, um Geld knapp zu halten: der Verkauf von Wertpapieren durch die ZB, die Anzahl der abzuwickelnden Transaktionen im Währungsraum und die Umlaufgeschwindigkeit sind weitere Determinanten;

- das Geld ist potenziell unendlich, d.h., es kann von der ZB beliebig erhöht werden;

- Geld (Kasse) ist für den aktuellen Besitzer zinslos; das gilt auch dann, wenn Deflation herrscht;

- die Unterscheidung zwischen ZBG und Giralgeld wird in Frage gestellt mit dem Argument, dass das ZBG überwiegend eine Sichteinlage der Geschäftsbanken bei der ZB ist;

- in der Regel wird Geld durch die ZB durch einen verzinsten Kredit geschöpft;

 

Dissens besteht in folgende Positionen:

- wenn die ZB wertlose Staatspapiere aufkauft und dadurch Geld schöpft, schafft sie Vermögen im Sinne von Kaufkraft; Gegenargument: ZBG ohne Kollateral erhöht langfristig die Inflation und senkt die Kaufkraft;

- in der Regel besteht die Geldschöpfung in einem Vermögenstausch; zur Begründung wird behauptet, dass die EZB für jeden Kredit als Sicherheit Wertpapiere in Pension nimmt; diese Position wird mit dem Argument bestritten, dass das technisch sehr aufwändig wäre. Die EZB prüfe lediglich in gewissen Abständen die Bonität der Banken.

 

Zu 3. Dieser Tagesordnungspunkt wurde nicht aufgerufen.

 

Zu 4. Faktencheck unter folgender Fragestellung: Müssen die Geschäftsbanken Sicherheiten in Form von Wertpapieren über Sachwerte (Firmenbeteiligungen, Immobilien, Aktien etc.) hinterlegen, um Zentralbankgeld zu bekommen?  

 

In der nächsten Sitzung wird nachholend Stadermann diskutiert.

 

Protokollant:

G. Quaas