Kurzprotokoll zum Erwägungsseminar „Globalisierung“ 9. Sitzung (04.06.2010)

 

Anwesende: Siehe Teilnehmerliste!

Moderation: Niemand

Protokoll:  Niemand

 

Tagesordnung:

 

1. Bestätigung des Protokolls zur 8. Sitzung.

2. Diskussion der Kritik von I. Pies

3. Festlegungen für die nächste Diskussion

 

Zu 1. Verschoben, weil nicht im Netz.

 

Zu 2. I. Zimmer führt nach Auslosung in die Diskussion ein.

 

Der Text wird als schwierig eingeschätzt. Pies ersetze in der Begründung der Legitimation des Staates Radnitzkys Notwendigkeit durch die Zweckmäßigkeit des Staates und lässt damit Radnitzkys anti-vertragstheoretische Argumentation ins Leere laufen. Pies selber greife aber nur partiell auf die Funktionen des Staates zurück, nämlich auf die nützlichen. Dabei werden die zugrunde liegenden Theorien (Ronald Coase, Oliver Williamson, Douglass North) nur einseitig benutzt. In HA 8.11 diskutiert Radnitzky die Nützlichkeit des Staates, greift aber seinerseits nur auf die weniger nützlichen Merkmale zurück.

 

Diskutiert wird die Frage, wieso – aus der Sicht von Pies – Radnitzky kein wissenschaftliches, sondern ein politisches Problem habe. Diese Differenzierung wurde aus politikwissenschaftlicher Sicht angezweifelt. Es wurde darauf hingewiesen, dass damit vielleicht eine Abgrenzung zum angekündigten moralischen Problem gemeint sei, des Weiteren wurde in Frage gestellt, ob Radnitzky überhaupt ein wissenschaftliches Problem habe. Das konnte mit Hinweis auf die Widerlegung der vertragstheoretischen Begründung der Legitimation des Staates teilweise beantwortet werden.

 

Ein Streit entbrennt um die Frage, wo die Legitimation des Staates stattfindet. Es war behauptet worden, dass dies nur im wissenschaftlichen Raum geschehen könne. Dagegen wurde behauptet, dass der „gemeine Mann“ auf der Straße da ein Wörtchen mitzureden habe. Eine vorläufige Klärung konnte durch die Unterscheidung zwischen wissenschaftlichen Diskurs und Wissenschaft als Institution erzielt werden. Wer so gute Argumente habe, dass sie mit denen mithalten können, die im Wissenschaftsbetrieb produziert werden, sei selber Wissenschaftler oder Philosoph – ob mit oder ohne Titel. [Ergänzung:] Der Diskurs sei auch nicht schon dann beendet, wenn ein Teilnehmer momentan unterliegt.

 

Des Weiteren wurde die Frage aufgeworfen, wie der Erwägungsraum in der Frage der Legitimation strukturiert werden müsste. Man kam überein, dass zumindest 2 Dimensionen eine Rolle spielen: Nutzen und Kosten, Situation mit Staat und ohne Staat (Vierfeldertafel, statischer Vergleich).

 

Die Frage, ob es Situationen ohne Staat gäbe, wurde nicht weiter verfolgt.

 

Der zweite Argumentationsstrang von I. Pies betrifft Radnitzkys Überschätzung von rein logischen Argumenten. Die Beweislasttheorie sei von Pies komplett demontiert worden.

 

Pies Erwägungstafel fand insofern nicht viel Lob, als er nach Meinung der meisten Teilnehmer zu einseitig bewertet habe.

 

 

Zu 3. Beschlüsse:

 

In der nächsten Sitzung sollen (i) die Schneider-Kritik und (ii) das Papier von M. Benelli (zur Weede-Kritik) diskutiert werden. Dazu wird das Papier von M. Benelli vorher verteilt. Fragen sollen vor dem Seminar schriftlich formuliert werden, damit die Sprachbarriere vermindert wird. Das Protokoll von F. Keyserlingk steht immer noch aus. S. Reh kündigt ein weiteres Papier zu I. Pies an.

 

Protokollant:

G. Quaas