Kurzprotokoll zum Erwägungsseminar „Globalisierung“ 9. Sitzung (19.06.2009)

 

Anwesende: Siehe Teilnehmerliste!

 

Protokoll: keines

 

Moderation: F. Quaas

 

Tagesordnung:

 

1. Bestätigung des Kurzprotokolls der 8. Sitzung (12.06.2009): inhaltlich erfolgt 

 

2. Kurylyszyn-Papier

 

Die folgenden Stichworte wurden kurz andiskutiert: „dissipative Strukturen“ in der Mediation; „absoluter Imperativ“.

 

Es wurde vereinbart, dass diese Begriffe vor Veröffentlichung des Papiers noch etwas ausführlicher dargestellt werden.

 

3. Küttler-Kritik

 

Das Statement liefert F. Arglist in Form einer referierenden Darstellung.

 

Die Bemerkung Küttlers in (15), dass der Kapitalismus „an sich“ überall die gleichen Wirkungen hervorbringe, löste eine (längst fällige) Diskussion über die definitionsartigen Merkmale des Kapitalismus aus. Dabei wurden folgende Positionen vertreten:

(i) Wesentliche Merkmale des Kapitalismus seien Arbeitsteilung und Markt (A. Gröschel).

(ii) Treibendes Motiv sei der Profit, ohne den es keine Investitionen gäbe (M. Klein, S. Grande).

(iii) Profit sei ein nebensächliches Merkmal und könne von solchen Motiven wie Glück oder Altruismus ersetzt werden (R. Scholz). Die Realisierbarkeit wurde bestritten u.a. von M. Klein und  P. Gärtner.

(iv) Einschwenkend auf die Profit-Motiv-These behauptete Scholz, dass jegliche Nutzenmaximierung (Beispiel: Fischfang mit Angel) als Profitstreben gedeutet werden könne.

(v) Kapital sei an den Verwertungsprozess und dieser an Geld gebunden (F. Quaas).

(vi) Daran anknüpfend wurde die Frage diskutiert, ob nicht jede produktive Tätigkeit als Verwertungsprozess aufgefasst werden könne. Dabei rückten die Begriffe „Investition“, „Humankapital“, „Wert der Arbeitskraft“ und „variables Kapital“ ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

 

Engagierte Stellungnahmen gab es u.a. von J. Sterner, P. Gärtner, D. Kurylyszyn, S. Grande, G. Quaas, die sich inhaltlich für einen spezifischeren Kapitalbegriff jenseits einer rein menschlichen (anthropologischen) Verwendungsweise aussprachen.

 

4. Beschlüsse:

 

P. Gärtner bereitet eine Elsenhans-Kritik für die nächste Veranstaltung vor – mit dem Ziel einer Problembearbeitung.

M. Klein bereitet sich auf die Frage der Eliten in Elsenhans Darstellung bis zur nächsten Veranstaltung vor – mit dem Ziel einer Problembearbeitung.

A. Gröschel entwirft bis zur nächsten Sitzung ein Papier zum Thema Post-Fordismus.

 

F. Arglist wird sich auf die Fauth-Kritik vorbereiten.

D. Kurylyszyn bereitet eine Erwägungsfeldmatrix zum Begriff „Kapitalismus“ vor.

D. Kurylyszyn ergänzt seine Stellungnahme zur Mediation.

G. Tarantini bereitet eine Kritik 1. Stufe an Altvater vor.

J. Großmann hat eine Idee zum Entbettungsbegriff und wird diese ausarbeiten.

J. Sterner bereitet eine Stellungnahme zu Küttler vor.

 

In der nächsten Sitzung wird entschieden, ob Elsenhans eingeladen werden soll.

 

5. Meta-Diskussion

 

Es erfolgte ein Austausch darüber, ob die Diskussion im Seminar noch hinreichend zielgerichtet verläuft und was sowohl inhaltlich als auch formell verbessert werden könnte. Gefordert wurde ein stärkerer Moderator, um die Diskussion stärker zu fokussieren und effektiver zu gestalten. Zugleich soll aber die Möglichkeit der Moderation für jeden Teilnehmer erhalten bleiben.

 

G. Quaas schlägt vor, die Rolle des Moderators durch Regeln zu stärken. Dies könnten folgende Regeln leisten:

 

Orientierungspunkte/Vorläufige Regeln für Moderatoren (nach dem Seminar ausgearbeiteter Vorschlag)

 

- Moderatoren haben das Recht, Diskussionsteilnehmer zu unterbrechen.

- Moderatoren achten darauf, dass sich Diskussionsteilnehmer nicht gegenseitig unterbrechen (ins Wort fallen).

- Moderatoren setzen durch, dass jeder, der möchte, es aber erkennbar allein nicht schafft, zu Wort kommt.

- Moderatoren achten darauf, dass die Beiträge der Diskussionsteilnehmer kurz sind.

- Moderatoren, die erkennbar einen Diskussionsbeitrag halten, verlieren für die Dauer des Beitrages das Recht, jeden unterbrechen zu dürfen.

 

Für die Richtigkeit:

G. Quaas