Kurzprotokoll zum Erwägungsseminar „Globalisierung“ 8. Sitzung (06.12.2013)

 

Anwesende: siehe  Liste

 

Moderation: niemand

 

Protokoll: niemand

 

Tagesordnung:

 

1. Protokoll der siebten Sitzung

 

2. Diskussion der Ideen zur Hausarbeit

 

3. Interpretation des Kapitels 5

 

4. Festlegungen

 

 

Zu 1: Keine Änderungen.

 

Zu 2: Arbeitsthemen:

 

E. Reymann: Der Einfluss der Zölle auf die Zahlungsbilanz

G. Schindler: Entwicklung der Goldwährung 1929/30

Th. Kowollik: Für und wider den Goldstandard

M.-L. Hohloch: Über- und Unterbewertung einer Währung – mit aktuellem Bezug auf China

S. Melch: Nutzenmaximierung und wirtschaftliches Gleichgewicht

G. Quaas: Zusammenfassung der diskutierten Zusämmenhänge

J. Dück: Währungspolitik heute und damals

B. Fluhrer: Arbeitsmärkte in der Wirtschaftskrise – heute und damals

B. M. Metzger: Gewinner des Börsencrashes

C. A. Kurtz: Maßnahmen der EZB für KMU

A. Stadler: Auswirkungen der Sanktionspolitik der EU auf den Iran

P. G. M. Becker-Berke / S. E. Senftleben: Ricardo-Modell und Euro-Krise: die GIPS-Staaten

F. Quaas: Ereignis- und Personenregister

L. Ziegler: Die Gegenwart aus der Sicht der hegemonialen Theorie Kindlebergers

 

Zu 3: Das Statement gibt Patricia.

 

Nachdem Georg kritisiert hatte, dass das Statement immer mehr zu einem Referat ausartet, wird beschlossen, dass jeder selber entscheiden darf, wie das Statement gestaltet wird.

 

Patricia lenkt die Aufmerksamkeit auf folgende Fragen: Soll man die Märkte in einer Krise stützen oder „durch die Mangel drehen“ (Kindleberger über Hayek und Robbins)? Warum wäre eine Geldmengenerhöhung – die Friedman nachträglich fordert – unwirksam gewesen?

 

Erster Schwerpunkt der Diskussion ist die Geldmengenentwicklung nach dem Börsencrash. Nach C.K. schrumpft die Geldmenge um 5% und die Umlaufgeschwindigkeit um 13% (175f.). Vom Standpunkt der heutigen Theorie (IS-LM-Modell) hätte man die Geldmenge (bei konstanten Preisen) um ca. 18% erhöhen müssen, um den Zinssatz konstant zu halten. C.K. meint, dass es nicht genügt hätte, „billiges Geld“ bereitzustellen, da durch die vielen Pleiten die Kreditwürdigkeit potenzieller Investoren gelitten hatte (176). Die Euro-Krise zeigt, dass die Kreditwürdigkeit in der Tat eine wichtige Bedingung für das Anspringen der Konjunktur ist: Obwohl Geld genug da ist, passiert recht wenig.

 

Eng damit verbunden ist der zweite Schwerpunkt: Warum die Zinssenkungen einen Zinssatz von 3% zustande brachten, der zwar historisch niedrig, aber für die Investoren trotzdem zu hoch war. C.K. unterstellt einen „inhärenten Zinssatz“ der Realwirtschaft oder eine Profitrate, die nicht hinreicht, um den Zinssatz (Basis der Investitionskosten / Opportunitätskosten des Investors) zu übertreffen. Entscheidend für Investoren ist der reale Zinssatz, der sich aus nominalem Zinssatz minus Inflationsrate ergibt. Da wir es de facto mit einer Deflation zu tun haben, erhöht sich der Realzins um die Deflationsrate.

 

Dritter Schwerpunkt war die Brüningsche Deflationspolitik – der Versuch, die Löhne zu drücken (angesichts fallender Preise und eines Kapitalmangels). C.K. betont den sofort eintretenden Effekt eines Anstiegs der Arbeitslosigkeit (178). Die Parallele zum Umgang der EU mit Griechenland wird gesehen; auf die Probleme einer weiteren großzügigen Kreditierung Griechenlands gab es keine Antwort.

 

Vierter Schwerpunkt war, ob die Frage der Verteilung (Löhne versus Gewinne) tatsächlich nur einer akademische Frage sei, wie C.K. meint (181). Jedenfalls hält der Autor die Effekte der Deflation für wichtiger. Möglicherweise ist dieses abwertende Urteil über die Verteilungsfrage nur auf die besondere Situation einer „Talfahrt“ der Wirtschaft gemünzt.

 

Ein fünfter Schwerpunkt bestand in den teilweise widersprüchlichen Aussagen Kindlebergers über die Zeichnung der Young-Anleihe (300 versus 100 Mio in den USA, S.166). Eine Klärung der Frage, warum das Gold von den USA nach Frankreich floss, konnte unter der Voraussetzung geliefert werden, dass die Young-Anleihe auch in Frankreich in US-Dollar ausgegeben wurde. Dieselbe Erklärung gilt für den Erwerb von Anteilen an der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich: Umtausch von Franc in Dollar, die dann bei der Fed gegen Gold umgetauscht werden.

 

Sechster Schwerpunkt war die prinzipielle Frage, ob man in einer Krise den Markt gesund schrumpfen lassen (Hayek) oder stabilisieren sollte. Eine Stimme warb für Gesundschrumpfen bei gleichzeitiger sozialer Abfederung. Es wurde darauf hingewiesen, dass das nur von einem „Wohlfahrtsstaat“ geleistet werden kann, da die Unternehmen in einer Krise dazu nicht in der Lage sind. Wenn aber der Staat schon hoch verschuldet ist, fällt auch diese Möglichkeit aus. 

 

Zu 4: Das sechste Kapitel lesen. Gegenstand wird außerdem sein: das 5. Kapitel, Abschnitt „Zölle“.

 

Protokollant:

G. Quaas