Protokoll zum Erwägungsseminar „Globalisierung“ 7. Sitzung (26.11.2010)

 

Anwesende:  Siehe Liste

 

Moderation: niemand

 

Protokoll: kein ausführliches Protokoll

 

 

Tagesordnung:

 

1. Bestätigung des Protokolls der 6. Sitzung

 

2. Bestätigung des Kurzprotokolls der 6. Sitzung

 

3. Fortführung der Diskussion: Pohlmann, Deppe, Elsenhans usw.

 

4. Aufgaben für die nächste Sitzung

 

 

Die vorgeschlagene Tagesordnung wird gebilligt.

 

Zu 1: Bestätigung erfolgt mit einer Ergänzung auf S.2, Beitrag von F.Q.: „Deppe als Gegenposition“

 

Zu 2: Bestätigung  ist erfolgt mit einer Änderung: C.J. à T.J.

 

Zu 3. Ausgelost wird Y.B. Er diskutiert die Rolle des Lebensstandards – offenbar auf dem Hintergrund des Elsenhans-Artikels. Dieser bleibt während der ganzen Diskussion der zentrale Punkt. Schwerpunkte sind:

 

- Korruption und Korruptionsbekämpfung zur Durchsetzung von Entwicklungsstrategien (bessere Bezahlung, Hebung der Moral).

- Marginalität (Theorie, Praxis: die Marginalen, die Marginalitätsfalle)

- Eine der ökonomischen Grundlagen der Elsenhans-Position: Cobb-Douglas-Produktionsfunktion, insbesondere der Fakt, dass bei niedriger Produktivität der Profit/die Rente besonders hoch ist, aber nicht ausreicht, um weitere Arbeiter auf einem Überlebensniveau zu beschäftigen.

- Konsequenzen der Marginalität: Verkauf des Surplusproduktes auf dem Weltmarkt, Kauf von Luxus- und Rüstungsgütern. Die eigene Wirtschaft bleibt fragmentiert.

- Eine weitere theoretische Grundlage der Elsenhans-Position: Verflechtung von Lebensmittel-  und Produktionsmittelindustrie über den Markt. Die Ausdehnung der landwirtschaftlichen Produktion setzt eine zahlungsfähige Nachfrage von Seiten der Industriearbeiter voraus; die Entwicklung der Produktionsmittelindustrie setzt einen Bedarf nach Maschinen, Fahrzeugen, Geräten etc. auf dem heimischen Markt voraus. Solange dieser Bedarf besser und kostengünstiger auf dem Weltmarkt befriedigt werden kann, sind die Investitionsaussichten trübe.

- Wäre eine Abschottung nützlich oder schädlich für die Entwicklungsländer? Welche Rolle spielen hier die Handelstheorien?

- Ökonomische Konsequenzen einer Landreform in den sich entwickelnden Ländern.

 

Zu 4. Bei der Diskussion um die Festlegung der nächsten Themen wird bemängelt, dass das Ziel des Seminars nicht klar sei.

 

Es wird noch einmal erläutert, dass ein Erwägungsseminar sich durch thematische Offenheit auszeichnet, die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sukzessive konkretisiert werden muss.

 

Es wird beschlossen, dass die Definitionsfrage beim nächsten Mal durch Diskussion der beiden Beiträge (Jobst, G. Quaas) abgeschlossen werden soll. Ein 100%iger Konsens sei nicht zu erwarten.

 

Des Weiteren soll über die thematische Richtung des Seminars diskutiert werden. Erwartet werden konkrete Vorschläge, die mit Literaturhinweisen untersetzt werden.

 

G. Quaas soll denkbare Schwerpunkte der weiteren Diskussion im Protokoll skizzieren.

 

Mögliche Schwerpunkte der weiteren Diskussion

 

- Fortsetzung und Vertiefung der Diskussion zum Elsenhans-Artikel, insbesondere seiner (polit-) ökonomischen Grundlagen. Trifft die Interpretation der Cobb-Douglas-Produktionsfunktion zu? Ist angesichts einer globalen Vernetzung wirklich eine harmonische Entwicklung zwischen landwirtschaftlicher und industrieller Produktion erforderlich?

 

- Handelstheorien. Welche gibt es? Was behaupten sie? Wie ist der empirische Befund? Wirkt Handel wohlstandsfördernd und friedenserhaltend? Welche Rolle könnten Handelstheorien in dem Szenario spielen, das Elsenhans skizziert?

 

- Globale Asymmetrien, insbesondere der Handelskonflikt zwischen China und den USA. Wo liegen die Ursachen? Betreibt China eine Exportoffensive auf Kosten anderer Länder? Welche Rolle spielt der Wechselkurs? Ist ein ausgeglichener Handel überhaupt noch ein relevantes wirtschaftspolitisches Ziel – zum Beispiel für Deutschland? Würden die Staaten der Euro-Peripherie ohne Euro besser dastehen?

 

- Weltwirtschaftskrisen. Warum ist es bislang nicht gelungen, sie durch konzertierte Aktionen zumindest der schwergewichtigen Länder auszumerzen? Warum zog sich die Great Depression (1929-1939) so lange hin? Was hat die Wirtschaftswissenschaft daraus gelernt? Wie kamen die USA damals aus der Krise? Was tun sie heute? Welche Schlussfolgerungen sind aus der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise zu ziehen?

 

- Globale Ethik. Gibt es ethische Standards, die für alle Menschen gelten? Wie kann man moralische Werte ökonomisch verankern? Was sind Menschenrechte, und wie werden sie begründet?

 

- Kriege. Was sind Kriege, welche Arten gibt es? Wie hängen sie mit der Wirtschaft zusammen? Sind Kriege angesichts der Komplexität moderner Gesellschaften zu teuer geworden? Kann man Kriege moralisch legitimieren?

 

 

Protokollant:

G. Quaas