Kurzprotokoll zum Erwägungsseminar „Globalisierung“ 7. Sitzung (30.05.2014)

 

Anwesende:  siehe Liste

 

Moderation: keine

 

Protokoll: keines

 

Tagesordnung:

 

1. Kurzprotokoll

 

2. Kurz-Info zum begleitenden Lehrstoff

 

3. Diskussion von Brodbeck (2001/2004)

 

4. Festlegungen für die nächste Sitzung

 

Zu 1: Keine Anmerkungen

 

Zu 2. G. & F. Quaas berichten. In der Gruppe der Bachelor wurde der Schwerpunkt Taxis versus Kosmos an den Beispielen Sprache, Recht und Markt diskutiert.

 

Die Masterstudenten haben sich mit dem Problem der Soziomorphologien beschäftigt: Taxis/ Kosmos (Hayek), geschlossene/ offene Ordnung (Popper), segmentierte/ nicht-segmentierte Gesellschaften (Durkheim).

 

Zu 3: Frau Kilian gibt freiwillig ein Statement, das zahlreiche Fragen umfasst, u.a.: Gibt der Preis immer die Knappheitsverhältnisse wider? Unter welchen Bedingungen funktionieren Preise? Wie kommen diese zustande? Wieso sieht Hayek Monopole nicht als Gefahr für den Markt? Wie beeinflussen die Pläne der Individuen das volkswirtschaftliche Ergebnis? Ist die aktuelle Wirtschaft (immer noch) ein natürlicher Evolutionsprozess?

 

Die Diskussion blieb lange Zeit beim Problem der Unterscheidung von natürlichen und künstlichen Monopolen stecken – an den Beispielen Eisenbahn und Wasser im Zweistromland. Diese Unterscheidung ist für eine liberale Wirtschaftsverwaltung wichtig, da natürliche Monopole nicht beschränkt werden sollen. Nach Brodbeck wäre dies eine Anmaßung von Wissen von Seiten der Liberalen.

 

Der zweite Schwerpunkt richtete sich auf die Frage der Knappheitsverhältnisse, die sich im Preis widerspiegeln sollen. Brodbecks Behauptung eines wissenschaftstheoretischen Zirkelschlusses konnte von niemand erklärt werden. Vielleicht meint er damit, dass die Preise nicht nur Knappheit signalisieren, sondern auch herstellen können.

 

Es wird in Frage gestellt, dass der Staat, wie B. meint, in der Lage ist, die Interessen der zukünftigen Generationen zu vertreten. Es könnte aber sein, dass Staat und Markt sich einander ergänzen und ihre blinden Flecken ausgeglichen werden können. Zu beachten ist, dass der Staat ein Mittel ist, mit dem Gruppen ihre Interessen gegenüber der Allgemeinheit durchsetzen (Beispiel Oper).

 

Soweit wir die Literatur bisher kennen, hat Hayek nicht die ihm von B. unterstellte extreme These vertreten, dass es genügt, allein die Preise zu kennen. (Das war vielmehr seine Kritik an der Gleichgewichtstheorie.) Im Weiteren wäre zu überprüfen, ob Hayek sich in dieser Frage radikalisiert hat.   

 

Problematisch bei der evolutionären Betonung der gewachsenen Strukturen ist, ob dann noch Platz für die menschliche Vernunft bleibt. Auch das wäre bei der Lektüre zu überprüfen.

 

Zu 4. Zum nächsten Mal ist „Anmaßung von Wissen“ und „Der Wettbewerb als Entdeckungsverfahren“ zu lesen.

 

Protokollant:

G. Quaas