Kurzprotokoll zum Erwägungsseminar „Globalisierung“ 7. Sitzung (05.06.2009)

 

Anwesende: Siehe Teilnehmerliste!

 

Protokoll: keines

 

Moderation: J. Großmann

 

Tagesordnung:

 

1. Bestätigung des Kurzprotokolls der 6. Sitzung (29.05.2009) mit 4 Korrekturhinweisen.

 

2. Quaas-Kritik

 

Das Statement gibt D. Kurylyszyn. Dabei behauptet er die Existenz eines absoluten Imperativs, zu dem allerdings keine Informationen vorliegen.

 

A. Gröschel schlägt vor, am Anfang anzufangen und zunächst den Begriff der Mediation zu klären. F. Quaas weist auf (2) hin, in dem der Begriff definitionsartig geklärt werde. S. Grande widerspricht R. Scholz, der in diesem Begriff das ganze Machtgefüge und die Sachzwänge mit eingefangen wissen will: Es gehe einfach um den Umgang mit Dingen. Nach einigem Hin und Her wird die Frage aufgeworfen, wozu der Autor diesen Begriff benötige. M. Klein meint, dass damit ein Defizit im HA aufgedeckt werden soll. R. Scholz kritisiert den unbegründeten Optimismus, der in der Behauptung stecke, dass leistungsfähigere Mediationen sich durchsetzen. Dabei seien die Kosten der Investitionen nicht bedacht worden, die (i) die Innovation erfordert und (ii) die in den weniger leistungsfähigeren Mediationen stecke, weshalb diese nicht einfach aufgegeben werden. Fehlentwicklungen seien deshalb nur schwer oder überhaupt nicht zu korrigieren. Das sei besonders dann ein Problem, wenn global wirkende Prozesse im Spiel sind. Des Weiteren müsse sich die Leistungsfähigkeit erst erweisen. J. Großmann hält die Annahme unkorrigierbarer Fehlentwicklungen für eine zu pessimistische Betrachtung. Man könne Hemmnisse zwar nicht einfach wegdefinieren, aber möglicherweise überwinden.

 

Der systemtheoretische und der praxisphilosophische Zugang, der in der Kritik gewählt worden ist, führt zu einer Diskussion über strukturtheoretische und handlungstheoretische Aspekte, die durch den Begriff der Mediation nahegelegt werden. Dabei wird die Frage aufgeworfen, ob die Kritik möglicherweise ein zu handlungsoptimistisches Bild zeichnet.

Berührt wird dabei der von Altvater in der Replik geäußerte Zweifel, ob der Begriff der Mediation überhaupt hilfreich sei.

 

Ein weiterer Schwerpunkt war nochmals die deskriptive Darstellung der Probleme durch Altvater, der darauf verzichtet, Lösungsmöglichkeiten der aufgezeigten Probleme darzustellen. F. Quaas weist darauf hin, dass A. möglicherweise zielgerichtet programmatische Aussagen vermeiden wollte. G. Quaas räumt ein, dass man jedem Autor eine solche abstinente Haltung zubilligen müsse; trotzdem kann man von einem Wissenschaftler verlangen, dass er (i) Handlungsmöglichkeiten aufzeigt und (ii) eine in sich widerspruchsfreie Darstellung vorlegt. Letzteres sei jedenfalls nicht der Fall (siehe 12). Ersteres sei A. nicht möglich, weil dessen Ansatz einseitig systemtheoretisch orientiert sei. Die Berufung auf die Vermittlung von System- und Handlungstheorie bei Marx (Replik 7) ändert an dieser Eigenschaft des gesellschaftstheoretischen Ansatzes von Altvater auch nichts.

 

Eine Diskussion über die Frage, ob man Hauptartikel und Kritik vergleichen kann, führt zu der mehrheitlich vorgebrachten Einschätzung (z.B. M. Klein), dass es sich im aktuellen Fall um eine relevante Kritik handele, die stärker als manche bisher besprochene Kritik auf Schwachstellen und offene Punkte des HA eingehe.

 

3. Beschlüsse:

Leipold-Kritik

R. Scholz legt dazu eine Ausarbeitung vor.

 

Für die Richtigkeit:

G. Quaas