Erwägungsseminar WS 2010/2011

Protokoll 19.11.2010

Teilnehmer: siehe Liste

Moderation: keine

Protokoll: Juliane Gerstenberger

 

Tagesordnung

 

1.      Bestätigung der letzten Protokolle 

-        R.S. wünscht Änderung im letzten Protokoll und Kurzprotokoll

-        Nach Änderung werden sowohl das Protokoll als auch das Kurzprotokoll angenommen

 

2.      Weitere Auswertung des Pohlmann Textes

-        Auslosung Statement: G.Q.:

o      Haupttenor des Textes: Rolle des Staates lässt nicht nach; Staat ist weiterhin ein zentraler Akteur

-        Anmerkung von F.Q.  „Irrtümer der Globalisierungshypothesen“ als verallgemeinernde Überschrift zu wählen

-        Eine dieser Hypothesen sei der Machtverlust des Staates, auf welche Pohlmann eine Antwort gibt à er geht aber auch auf andere Fragen ein

-        T.J. kritisiert die Argumentation Pohlmanns

-        Er selbst ist der Auffassung, die Funktion des Staates habe sich geändert und somit auch seine Definition

-        Er argumentiert weiter, dass die Bedeutung des Nationalstaates erodiert und der Souveränitätsgedanke  sich auflöse

-        Ein Seminarteilnehmer wirft ein, dass die treibende Kraft der Politik nun nicht mehr von Innen ausgehe (von der Bevölkerung) sondern von außen (z.B. internationaler Organisationen) à Staat als eine Art ausführendes Organ

-        Die Frage kommt auf, ob eine Veränderung der Aufgaben des Staates zwangsläufig zu einer neuen Definition des Staates führen muss? à dies wird von einigen bezweifelt

-        G.Q. merkt an, dass der Staat Aufgaben freiwillig abgibt

-        Er wiederholt noch einmal seine Auffassung, dass die Rolle des Staates ungebrochen ist und dieser nicht an Souveränität verloren hat

-        Hier besteht jedoch kein Konsens in der Gruppe

-        Kursteilnehmer merke an, dass allein nationalstaatliches Handeln heute nicht mehr möglich ist à in der Wirtschaftspolitik wird global gehandelt

-        T.H. weißt darauf hin, dass in vielen Organisationen das Einstimmigkeitsprinzip herrscht à ergo: kein Souveränitätsverlust 

-        T.J. will am Beispiel der Entwicklungen Lateinamerikas in der 90er Jahren seine These vom Souveränitätsverlust der Staaten untermauern: die Staaten öffneten sich für die Globalisierung, was mit einem Souveränitätsverlust einherging (Bsp. Washington Konsens); heute ist eine entgegen gerichtete Entwicklung sichtbar

-        Auch R.S. geht nicht mit der These mit, dass Souveränität gar nicht verloren geht à er weißt auf möglichen Zwang hin à gewisse Entscheidungen können nicht mehr alleine getroffen werden, da größere Abhängigkeit der Länder untereinander à die gestiegene Abhängigkeit führt zu einem Souveränitätsverlust

-        F.Q. wirft die Frage ein, ob der Begriff Souveränität nicht möglicherweise zu eng gefasst ist à es gibt immer andere Akteure, aber der Staat kann immer noch seine eigene Position vertreten

-        Ein Teilnehmer merkt jedoch an, dass Handlungsspielräume verloren gegangen sind, worauf hin F.Q. argumentiert, dass es aber auch eine Ausweitung der Möglichkeiten gibt

-        F.U. unterstützt dieses Argument und verweist auf Gemeinschaftshilfen der EU

-        R.S. kommt noch einmal auf den Souveränitätsbegriff zurück: die Tatsache, dass der Begriff so unterschiedlich definiert wird, führt dazu, dass die genannte Hypothese (Souveränitätsverlust des Staates) von einigen abgelehnt wird und von anderen nicht

-        G.Q. erörtert darauf hin seine Def. von Souveränität: Ein Staat ist dann souverän, wenn er eine eigene Außenpolitik verfolgen kann   

-        F.Q. hebt noch einmal Pohlmanns Meinung hervor: der Nationalstaat hat sich verändert, man kann aber nicht behaupten, dass die Grundlagen des NS untergraben werden à F.Q. folgert, dass somit der Dissens gar nicht so groß ist

-        G.Q. fügt hinzu, dass es eine Tendenz zur Staatenbildung gibt und somit keine Tendenz zur Erosion des Nationalstaates

-        F.U. spricht in diesem Zusammenhang den Zerfall der UdSSR an, welchen er als Folge der Globalisierung sieht

-        Ein anderer Kursteilnehmer sieht darin jedoch eine Gegentendenz zur Globalisierung

-        Nach einer kurzen Diskussion über Georgien und Russland, bittet S.K. darum, wieder zum Pohlmann Text zurück zukommen

-        Es herrscht Konsens, dass Teil 4 des Textes ausgelassen werden kann

-        Diskussion zu Teil 5 des Pohlmann Textes

-        Nach einer kurzen Erläuterung der Argumentation Pohlmanns merkt F.Q. an, dass sie diese für wenig gelungen hält und verweist auf den Deppe-Text als Gegenposition

-        M.H. fügt hinzu, dass es Studien gibt, die belegen, dass Unsicherheit durch Globalisierung zugenommen hat

-        G.Q. weißt darauf hin, dass man auch Studien bräuchte, die Ungleichheit belegen

-        Pohlmann Text sei in diesem Bereich nicht unbedingt verlässlich à es müsste nach etwas anderem Ausschau gehalten werden

-        Daraufhin wird zum Deppe-Text übergegangen

-        R.S. erläutert, dass Deppe vor allem die Folgen der Globalisierung aufzeigt à er findet, dass die Probleme der Globalisierung gut dargestellt werden

-        Von G.Q. und F.U. wird angemerkt, dass Deppe eine ähnliche Definition für Globalisierung verwendet wie wir

-        Es wird jedoch auch darauf hingewiesen, dass der Text vor allem nur auf die negativen Seiten der Globalisierung aufzeigt

-        F.Q. stellt fest, dass sich der Text im wesentlichen gegen die neoliberale Haltung wendet

-        G.Q. wirft die Frage ein, ob sich der Kapitalismus denn wirklich in jeden Winkel der Erde ausgebreitet hat, wie im Text dargestellt wird

-        Am Ende der Diskussion kommen die Teilnehmer auf die sich nach Deppe ausbreitenden kapitalistischen Sozialbeziehungen zu sprechen

-        G.Q. ist der Auffassung, dass dies noch nicht komplett der Fall ist, aber wünschenswert wäre

-        Andere Teilnehmer wiederum stimmen Deppes Ausbreitungsthese zu

-        Ende der Seminares à Diskussion konnte an diesem Punkt nicht fortgeführt werden

 

3.      Festlegung des nächsten Diskussionsgegenstandes

-        Weiterführung der Diskussion

-        Weitere Auswertung des Deppe-Textes

-        Auswertung des Textes von Elsenhans