Kurzprotokoll zum Erwägungsseminar „Globalisierung“ 6. Sitzung (29.05.2009)

 

Anwesende: Siehe Teilnehmerliste!

 

Moderation: F. Quaas

 

Tagesordnung:

 

1. Bestätigung des redaktionell bearbeiteten Protokolls der 4. Sitzung (15.05.2009)

2. Korrektur des Kurzprotokolls zur 5. Sitzung: Frau Großmann war Protokollant.

3. Hinweise zum Protokoll der 5. Sitzung:

- Variante 3 der Verdinglichungsthese an die Darstellung des Kurzprotokolls anpassen.

- Zwischen Kurzprotokoll und Protokoll unterscheiden!

 

4. Elsenhans-Kritik

F. Arglist wird ausgelost, fühlt sich aber nicht in der Lage, ein Statement abzugeben. Das Anfangsstatement liefert nach erneuter Auslosung J. Großmann. Sie wirft das Problem auf, wie man sich das Gegenteil der Entbettung – die Einbettung – vorzustellen habe.

 

R. Scholz versteht unter „Einbettung der Arbeit“, dass sie durch die kapitalistische Gesellschaftsformation in den Mittelpunkt gerückt worden sei.

M. Klein versteht darunter die Rolle, die die Arbeit in der neoklassischen Theorie spielt.

D. Kurylyszyn verweist auf den Begriff der entfremdeten Arbeit in Elsenhans (13).

F. Quaas macht auf einen weiteren Aspekt der E-Kritik aufmerksam: die Rolle der Wechselkurse bei der Generierung von Wachstum.

 

Die Formulierung von Scholz, dass Altvaters Kritik normativ sei (weil der Kapitalismus kritisiert wird), wird zum Ausgangspunkt einer längeren Debatte über den Unterschied zwischen deskriptiven und normativen (allgemein: präskriptiven) Sätzen bzw. zwischen wissenschaftlichen Theorien und politischen Programmatiken (Konzeptionen). 

 

In diesem Zusammenhang wird das Verhältnis zwischen neoklassischer und Keynesianischer Theorie thematisiert: Die Mehrheitsmeinung besteht darin, dass beide trotz des wesentlichen Unterschieds zwischen angebots- und nachfrageseitiger Orientierung einen gemeinsamen theoretischen Kern besitzen; die Rolle des Staates werde aber gegensätzlich gesehen.

 

Kontrovers wird auch die Frage debattiert, ob Elsenhans ein Kritiker oder ein Propagandist des Kapitalismus sei.

 

Elsenhans’ Forderung eines weltweiten Keynesianismus, so behauptete Scholz, sei ohne entsprechende internationale Institutionen nicht realisierbar. Dem wird widersprochen: Es genüge, wenn die Ausbildung der Wirtschaftseliten aller Herren Länder nach Keynes erfolge, um diese Konzeption weltweit durchzusetzen.

 

Es wird darauf aufmerksam gemacht, dass am 10. Oktober 2008 die Regierungs- und Notenbankchefs der führenden Industriestaaten mit ihrem Beschluss zur Rettung des Bankensystems einen großen Schritt in Richtung Keynesianismus gemacht haben.

 

Die Problematik der Wechselkurse wird hinsichtlich der Frage noch einmal aufgeworfen, ob sie in der Theorie der komparativen Kostenvorteile überhaupt eine Rolle spielen.

 

5. Beschlüsse:

Auf Vorschlag von R. Scholz wird beschlossen, die namentliche Zuordnung der Argumente im Protokoll wieder einzuführen (hier bereits wieder durchgeführt).

Eine Problembearbeitung „Fordismus-Postfordismus“ wird von A. Gröschel angekündigt.

Eine Kritik der Elsenhans-Kritik wird P. Gärtner vorbereiten.

In der nächsten Sitzung wird die Quaas-Kritik diskutiert.

 

Für die Richtigkeit:

G. Quaas