Kurzprotokoll zum Erwägungsseminar „Globalisierung“ 5. Sitzung (13.05.2016)

 

Anwesende: Teilnehmer/innen am Modul Evolutorik II (Masterstudiengang) und Teilnehmer/innen am Modul Globalisierung (Bachelorstudiengang)

 

Die Liste liegt vor.

Protokoll: niemand

Moderation: niemand

 

Tagesordnung

 

1. Protokollkontrolle zur 4. Sitzung

2. Diskussion der Kritik von Thieß Petersen

3. Diskussion der Kritik von Uwe Vollmer

 

Zu 1. Keine Anmerkungen

 

Zu 2. Das Statement gibt nach Auslosung F. Quaas. Nach Petersen sei Rieses Gelddefinition zu eng. Diese müsse um die Sichteinlagen erweitert werden. Petersens Erklärung des Zusammenbruchs des Sozialismus gehe fehl, weil die DDR-Mark nicht konvertibel war.

 

Erarbeitete Argumentation:

Wenn man Geld als Zahlungsmittel definiert, dann gehören Sichteinlagen dazu. Die Zentralbank muss auch den Umfang der Sichteinlagen – der von den Geschäftsbanken vergebenen Kredite – kontrollieren. Das Bindeglied zwischen beiden ist das Zentralbankgeld (ZBG) und der Mindestreservesatz.

 

Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Giralgeld und ZBG: ZBG ist insofern privilegiert, als es als Reserve verwendet wird. Zur Währungsstabilität trägt das Giralgeld ebenfalls (wegen seines Umfanges sogar in höherem Maße) bei. Reichen die Unterschiede aus, um Giralgeld vom ZBG so stark abzutrennen, wie H.R. das tun? Offene Frage bleibt:  Welche Gründe hat Hajo Riese, das ZBG als alleiniges Geld anzusehen?

 

In Frage gestellt wird, dass eine Geldemission gleichbedeutend mit einer Vermögensproduktion ist. Für eine Vermögensproduktion spreche allerdings die Tatsache, dass eine Zentralbank (ZB) Profit machen kann. Dagegen spricht, dass sie diesen Profit wie eine Geschäftsbank macht, nämlich durch Kreditvergabe. Die Geldemission an sich kann als Tausch zwischen ZBG und Wertpapieren (Sicherheiten) angesehen werden. Dieser bewirkt eine Vermögensänderung, keine Vermögensproduktion.

 

Weitere Schwerpunkte der Diskussion:

- Inflation

- Vermögensqualität des Geldes

- Ist Geld nur Zahlungsmittel?

- Ursachen des Untergangs der DDR

 

Zu 3. Das Statement kommt nach Auslosung von L. Goldhahn. Die Kritik sei eine Betrachtung des Geldmarktes aus liberaler Perspektive.

 

Es wird herausgearbeitet, dass in dieser Sichtweise der Staat dem Markt gegenübergestellt wird. Dem wird entgegengehalten,

- dass in allen makroökonomischen Lehrbüchern der Staat ein – wenn auch bedeutender – Akteur im Markt ist;

- dass es keinen Markt ohne Achtung der Eigentumsrechte gibt, die vom Staat garantiert werden.

 

Hypothese: Vollmer komme es darauf an, der Herausbildung von ZBen als Ergebnis eines Marktprozesses zu widersprechen.

 

Gegenbeispiel: Der durch Konkurrenz unter den Banken und durch die kriegsbedingte Verschuldung des Staates verursachte Übergang der Bank of England von einer Privatbank zu einer de facto staatlichen Bank.

 

Die von Vollmer erwähnte Abschöpfung der ZB-Gewinne kann bestenfalls eine Partialursache sein für die Existenz von Zentralbanken sein.  

 

Die Kritik wurde noch nicht erschöpfend diskutiert.

 

3. Leseaufgabe für das nächste Mal: Kritik von Altvater. Evtuell noch einmal den HA unter der o.g. Fragestellung („Welchen Grund hatte H.R….“) lesen.

 

Protokollant:

G. Quaas