Kurzprotokoll zum Erwägungsseminar „Globalisierung“ 5. Sitzung (16.05.2014)

 

Anwesende:  siehe Liste

 

Moderation: keine

 

Protokoll: keines

 

Tagesordnung:

 

1. Kurzprotokoll

 

2. Kurz-Info zum begleitenden Lehrstoff

 

3. Diskussion von Die Verwertung des Wissens (1945)

 

4. Festlegungen für die nächste Sitzung

 

Zu 1: Keine Anmerkungen

 

Zu 2. G. & F. Quaas berichten. Bachelor haben die Rolle der Preise diskutiert, die Masterstudenten haben sich mit dem Problem der Selbstorganisation von Systemen beschäftigt.

 

Zu 3: Nach Auslosung gibt Frau Lamster das Statement mit dem wesentlichen Inhalt, dass (i) die Preise von ihrer Umgebung abhängen, also nicht eindeutig sind (dieselbe Cola im Kino oder im Supermarkt hat verschiedene Preise) und (ii) dass in der Determination der Preise durch Angebot und Nachfrage und des Angebots und der Nachfrage durch die Preise ein logischer Zirkel stecke. Die Frage (i) wird durch die Definition dessen beantwortet, was ein ökonomisches Gut ist, die Frage (ii) kann durch Vergabe eines Zeitindexes gelöst werden, was aber Hayek noch nicht im Blick hat.

 

Das Problem des verteilten Wissens wird durch den Hinweis auf überlappende Bereiche gelöst, das heißt, das Situationswissen der Akteure überschneidet sich. Durch diese Vernetzung kommt ein Ganzes zustande, das aber in keinem einzelnen Kopf präsent ist. Von Hayek gibt es widersprüchliche Aussagen, insofern er einerseits behauptet, dass es reicht, die Preise zu kennen (S.64f.), andererseits aber auch zugesteht, dass Informationen über die Versorgung hinzukommen sollten (S.69). Hayek beruft sich nicht nur auf Mises, sondern auch auf die sozialistischen Planer, die inzwischen auch schon die Wichtigkeit eines Preissystems erkannt hätten (Trotzky, Lange). Die Unterscheidung zwischen relevantem und nicht-relevantem Wissen dient dazu, die zu seiner Zeit vorherrschende Gleichgewichtstheorie nicht geradezu als absurd charakterisieren zu müssen. Die zentrale Planung kann nicht besser als der Markt sein, weil das Situationswissen der einzelnen Akteure nicht in die Statistik eingehen kann. Außerdem tritt ein Zeitverzug ein – Sammeln, Verarbeiten und Auswerten der Informationen. Problematisch erscheint, dass Hayek das Verhalten von Unternehmen mit dem von Individuen gleichzusetzen scheint. Eine Reihe von Problemen hat Hayek noch nicht gesehen: zum Beispiel das Marktversagen und die Starrheit der Preise. Es wird nicht bewiesen, dass der Markt die beste Lösung für das Problem der Zusammenführung des Wissens liefert. Hayeks Ziel ist wohl auch nicht die höchste Wohlfahrt, sondern die Herstellung und Bewahrung eines tendenziellen Gleichgewichts.      

 

 

Zu 4. Zum nächsten Mal ist der Artikel „Die Theorie der komplexen Phänomene“  zu lesen.

 

Protokollant:

G. Quaas