Protokoll 5 (SoSe2007)

Erwägungsseminar „Ökonomische und Politische Bedingungen der Globalisierung“

Protokoll zur Sitzung vom 10.05.2007



Thema: Diskussion der Phänomene gelesener Texte

Anwesende:Friedrun Quaas, Georg Quaas, Julian Baumgärtel, Aileen Flöth, Christian John, Markus Karig, Hubert Santer, Eva- Maria Schenk, Nadine Schenker, Susanne Schmied, Martin Wildau, Alexander Schubert

Protokollant: Christina Fischer


Das Protokoll vom 03.05.2007 wurde bestätigt. Anmerkungen bezüglich dieses Protokollsbetraf, dass zukünftig Titel von Namen nicht aufgeführt werden.Eine weitere Anmerkung betraf das Zitat von Herrn Quaas, „… Gegenstand des Kritikers ist,auf der Phänomeneebene von Radnitzky anzusiedeln.“, das hier der Sinn entstellt wäre.Dieses wird zur Sitzung am 24.05.2007 von S. Schmied geändert.Zum Protokoll vom 26.04.2007 wurde angemerkt, dass besprochene Änderungen vom03.05.2007 nicht umgesetzt wurden. J. Baumgärtel vermutet technische Probleme underneuert die Veränderungen zur Sitzung am 24.05.2007.

Die Begriffsliste:

Moral/ Moralsystem

Herr Quaas führte an, dass insofern der Begriff im Kontext thematisiert wird, dieser alsPhänomen aufgenommen werden muss. M. Wildau wandte ein, dass er diesen Begriff sowohlauf der Phänomeneben als auch auf der Theorieebene ansiedeln würde. Zuordnung in diePhänomenebene.

Politik

Frau Quaas ordnete den Begriff in die Phänomenebene ein. Bestätigung durch Herrn Quaas,mit der Aussage, dass der Begriff Politik härter zu betrachten ist als die Moral.

Stopp-Punkt

M. Wildau ordnete den Begriff der Theorieebene zu. Herr Quaas stellte ebenso in Frage, ob der Begriff ein Phänomen sei. Übereinstimmung der Streichung des Begriffes.

Deontische Ethik

Herr Quaas wandte ein, dass der Begriff der deontischen Ethik nicht existiere, im Gegensatz zu deontische Logik. Frau Quaas erwiderte, dass es sich dabei um eine Schöpfung von Schui selbst handelt. Aus diesem Grunde sei der Begriff nicht der Phänomenebene zuzuordnen, da es sich hierbei um eine Theorie handelt. Der Begriff wird gestrichen.

Konsequentalismus

N. Schenker beschreibt Konsequenzen als Handlungen. Überlegung der Streichung angemerkt. Frau Quaas erwidert, dass es sich um eine ad-hoc policy handelt. Aus diesem Grunde müsse ein Begriff gefunden werden, der den Konsequentalismus integriert. Herr Quaas sieht Konsequentalismus auf der Theorieebene.
C. John argumentiert, dass danach der Begriff „deontische Ethik“ in die Theorieebene geschoben werden muss. Frau Quaas argumentiert, dass Theorien sich auf Phänomene beziehen, so dass der Begriff „deontische Ethik völlig zu streichen sei, da kein Kritiker darauf eingeht.
M. Wildau weist daraufhin, dass Roland Baader über die deontische Ethik schreibt.
C. John wirft ein, dass Theorien, die sich nicht auf Phänomene beziehen gestrichen werden sollten. Herr Quaas argumentiert, dass der Überbegriff Ethik wäre, so dass eine Zuordnung in die Theorieebene seine Berechtigung hat. Frau Quaas greift die Frage von Phänomenen auf. Ausgehend davon, werden beide Begriffe (deontische Ethik, Konsequentalismus) von der Liste gestrichen.
M. Wildau erkundigt sich nach einer Theorieliste.
Antwort von Herrn und Frau Quaas ist, dass diese bisher nicht angedacht sei, da der Ausgangspunkt die Phänomene seien. Eine zweite Variante sei denkbar, wobei die Theorieebene zunächst zurück gestellt wird.


Individuum vs. Staat

Wird klar als Phänomen herausgestellt.

Legitimität

C. John sieht den Begriff als Phänomen an, während M. Wildau eher eine Wertung darin sieht. Herr Quaas greift die Frage auf, ob Legitimität zum Gegenstand wird. Ist es möglich ein Zusammenhang im Objekt herzustellen, um es als Phänomen beschreiben zu können. Insofern eine Legitimierung vorliegt, enthält der Begriff eine Wertung. Frau Quaas wendet ein, dass sich hinter dem Prozess des Legitimierens ein Regelsystem verbirgt. Dieses wäre vergleichbar mit dem Begriff Moralsystem, so dass eine Zuordnung zu den Phänomenen erfolgt. Herr Quaas argumentiert, dass bei einer reinen Beschreibung des Sachverhaltes die Theorieebene vorliegt. Theorie ist, wenn der Sachverhalt thematisiert wird. Macht man eine theoretische Vorstellung selber zum Objekt / Gegenstand, dann erfolgt eine Zuordnung zur Theorieebene. M. Wildau merkt an, das dieses eine Möglichkeit wäre, den Begriff auf der Theorieebene zuzuordnen.


Kollektiv / Kollektiventscheidung

Zuordnung zu der Phänomene-Ebene

Face-to-face community

Herr Quaas stellt einen Abänderungsantrag mit der Begründung, dass sich hinter einer Kleingruppe eine face-to-face community verbirgt, nach Schneider jedoch von einer Gemeinschaft die Rede ist. Kleingruppe stellt in diesem Fall eine Untergruppe der Gemeinschaft dar, so dass das übergeordnete Phänomen die Gemeinschaft ist. Frau Quaas erwidert, dass bezogen auf Schneider die Kleingruppe von der Größe her eine Rolle spielt. Demnach enthält der Begriff Kleingruppe eine Wertung und stimmt aus diesen Gründen dem Antrag zu. Schubert argumentiert, dass sich jedoch in einer face-to-face community eine Kleingruppe verbirgt. Er bringt den Vorschlag die Begriffe zu unterteilen, mit der Begründung, dass die Schweiz eine Gemeinschaft ist, aber keine face-to-face community. M. Wildau unterscheidet in face-to-face und Großgemeinschaft. Herr Quaas stimmt der Erläuterung zu, verweist jedoch auf die Gemeinschaft im Text. Frau Quaas wirft ein, dass die Unterteilung einer Gemeinschaft nach Größe und Funktionalität erfolgt. Zu dem Begriff face-to-face community wird der Begriff der Gemeinschaft hinzugefügt.


Eigentum

Zuordnung zu den Phänomenen

Selbst-Eigentum

J. Baumgärtel fragt nach der Unterteilung von Eigentum und Selbst-Eigentum. Herr Quaas argumentiert, dass es sich um eine Einteilung zwischen der Person selbst und dem Eigentum handelt. Zuordnung der Phänomene.

Vertrag

Herr Quaas merkt an, dass der Begriff Vertragskonvention angebrachter erscheint.Zustimung.

Reputation / Vertragstreue

Herr Quaas wirft ein, dass die Begriffe Reputation und Vertragstreue getrennt aufgenommen werden sollte. Die Reputation kann aus der Vertragstreue entstehen. Zustimmung.

Externalitäten

Herr Quaas greift die Frage auf, was extern ist. Auf welches System bezieht sich Externalitäten. H. Santer ordnet den Begriff in die Phänomene ein. Frau Quaas wirft ein, dass der Begriff sehr spezifisch ist, wenn dieser im Sinne von Wirkung ausgelegt wird. In diesem Fall stellt der Begriff ein Obergriff dar, so dass die Einordnung zu den Phänomenen zugestimmt wird. M. Wildau wirft die Verständnisfrage zwischen Phänomene-und Theorieabgrenzung ein. Frau Quaas argumentiert, dass hier Externalitäten zu den Phänomenen zu zählen ist. Betrachte man diese in Hinblick auf externe Effekte müsste die Aussage revidiert werden. H. Schubert ergänzt, dass external von außen auf ein zu kommt, und es sich somit nicht um externe Effekte im gewohnten Sinne handelt. Frau Quaas ergänzt weiter, dass es eine Folge des Handelns ist, was nicht intendiert war. Entspricht einem externen Effekt. M. Wildau bemerkt, dass ein Vertragsbruch einem externen Effekt entspricht. Dabei handelt es sich nicht um die externen Effekte im eigentlichen Sinne. Zustimmung zu Externe Effekte (Externalitäten).


Geordnete Anarchie vs. Staat

M. Karig bemerkt, dass die geordnete Anarchie einer Theorie entspricht und somit nicht den Phänomenen zugeordnet werden kann. Herr Quaas argumentiert, dass jede Koralleninsel eine geordnete Anarchie ist. Diese funktioniert ohne Staat, denn Chaos hat seine eigenen Strukturen. Aus diesem Grunde Befürwortung zu den Phänomenen. Streitpunkt geordnete Anarchie; sollte man eine Gesellschaft in eine geordnete Anarchie gestalten? C. John wirft ein, dass nicht herausgebildet werden kann, wie sich Schui geordnete Anarchie vorstellt. Frau Quaas antwortet, dass es gegen die diktatorische Ordnung gemeint ist, so dass etwas Theoretisches enthalten ist. Aus diesem Grunde Zuordnung zu Phänomenebene. Herr Quaas gibt weiteres Beispiel in Form des internationalen Systems. E. Schenk fragt nach. Herr Quaas antwortet, dass dieses eine realistische Aussage der Politikwissenschaften ist. Frau Quaas ergänzt supranationales System. Herr Quaas erwidert internationales System. E. Schenk argumentiert, dass es Hierarchien in einem internationalen System gäbe. Herr Quaas bezeichnet die Hierarchien als Untersysteme, da es kein Staat gibt, welcher im Interesse aller eine Machtposition innehat. Zustimmung in die Phänomene.


Gruppenaktion vs. Trittbrettfahrer Option

J. Baumgärtel stimmt der Phänomene zu, jedoch als Verhalten und nicht als Option. A. Flöthe bestärkt, dass Verhalten mit eingebracht werden sollte. J. Baumgärtel wiederholt Phänomen, wenn Gruppenverhalten statt Option. Herr Quaas argumentiert, dass man sich willkürlich verhalten kann. Frau Quaas ergänzt mit Verhalten von und in Gruppen. Da steckt eine Theorie dahinter. Somit allgemeiner, wenn Verhalten von und in Gruppen. Herr Quaas stellt die Frage in Raum, wie es zur Herausbildung einer Gruppe kommt. In Form von Gruppenhandlung und Gruppenoption. Frau Quaas erwidert, dass eine Gruppe vorausgesetzt wird. Die Gruppenbildung hat auch was mit der Bildung des Staates zu tun. M. Wildau weist darauf hin, dass in 6.1 die Gruppenbildung durch Schui thematisiert wird. Macht den Vorschlag Rationales Gruppenverhalten vs. Trittbrettfahreroption. A. Flöth ergänzt rationales Gruppenverhalten vs. Rationales Individualverhalten. Herr Quaas fragt, wie man davon ausgeht, dass sich eine Gruppe rational verhält. Frau Quaas wiederholt ihren Vorschlag Verhalten von und in Gruppen und Gruppenbildung. Zustimmung auf Phänomenebene.


Etatismus vs. Anti-Etatismus

Herr Quaas schlägt die Streichung des Anti-Etatismus vor. Allgemeine Zustimmung.

Staat und Zwang

Zustimmung auf Phänomene.

Interne und externe Sicherheit

Zustimmung auf Phänomene.

Sozialvertrag

Herr Quaas fragt was ein Sozialvertrag sei. A. Schubert sagt, dass dieser zwischen allen herrscht. Herr Quaas zweifelt dieses an. M. Wildau ergänzt, dass der Sozialvertrag zwischen allen herrscht aufgrund von Steuerzahlungen. Frau Quaas weist darauf hin, dass der Gesellschaftsvertrag gemeint ist. Dieser könnte unter der Vertragskonvention auftauchen. Zustimmung auf der Phänomeneebene.

Sozialdemokratismus

Zustimmung zu Phänomene

Legalisierter Raub

Herr Quaas führt an, dass es sich nicht um Phänomene handelt. Frau Quaas bezieht sich auf das Steuersystem. Herr Quaas argumentiert, dass es sich um eine Wertung handelt. Frau Quaas ergänzt, dass der Begriff der Umverteilung passender ist. Zustimmung als staatliche Umverteilung. Sündenfall Kollektiventscheidung

Herr Quaas bemerkt, dass der Begriff gestrichen werden kann, da „Sündenfall“ eine Wertung impliziert. Zustimmung.

Uneingeschränkte Demokratie

Herr Quaas stellt hervor, dass es keine uneingeschränkte Demokratie gibt. Ist somit als Phänomen zu streichen. Gehört zu der Demokratietheorie. Frau Quaas ergänzt direkte Demokratie. Herr Quaas führt Zuordnung zu Demokratieproblemen an. Streichung aus der Liste.

Ergänzungen für die Begriffsliste:

A. Schubert ergänzt den Begriff der Freiheit. Zustimmung.

Herr Quaas ergänzt das Zusammenleben von Menschen. Unter dem Prinzip der Gemeinschaft. Unter der Vertragskonvention. A. Schubert bemerkt, dass eine Extraaufführung sinnvoll wäre. Zustimmung.

Herr Quaas ergänzt um den Begriff Schutzfunktion des Staates. A. Schubert argumentiert, dass dieses in interne und externe Sicherheit enthalten ist.

Herr Quaas führt weiteren Begriff Nutzen des Staates. M. Wildau ergänzt und betont den Begriff der Entstehung des Staates. N. Schenker führt weiterhin den Begriff der Notwendigkeit des Staates an. Herr Quaas ergänzt um den Begriff innere und äußere Emigration. Bezieht sich dabei auf Schwarzarbeit und Auswanderung. J. Baumgärtel nennt dieses individuelles Ausweichverhalten.

Herr Quaas führt weiterhin den Begriff der positiven und negativen Freiheit an.

Als weiteren Begriff erfolgt Rationales Handeln. Hier bemerkt Herr Quaas, dass Schui sehr viele Gegenstände verwendet, wo Schwierigkeiten hinsichtlich der Aufschlüsselung erfolgt, Bsp. Tauschgesellschaft.

Frau Quaas ergänzt soziale (Wohlfahrt) Gemeinschaft.

A. Schubert wirft den Begriff Wahlen ein. Herr Quaas argumentiert, dass dieser Begriff zur Demokratie gehört und weist daraufhin, dass Phänomene präzisiert werden müssen. Frau Quaas ergänzt, dass Wahlen auch der Kollektiventscheidung zugeschoben werden kann. Die Phänomenliste von Schneider ist somit ergänzt.


Herr Quaas stellt hervor, dass jeder seine eigene Begriffsliste ergänzen sollte. Diskussion ob dieses wirklich sinnvoll ist oder eher zu Unübersichtlichkeit führt. Kein Ergebnis.

J. Baumgärtel ergänzt die Phänomene von Schneider.

*** Dem Diskurs konnte hier nicht gefolgt werden, daher bitte ich J. Baumgärtel, seine Auflistung hier zu ergänzen. ***

Frau und Herr Quaas stellen eine Analysetafel zur Orientierung dar. Frau Quaas argumentiert, dass es sinnvoll ist für jeden Kritiker niederzuschreiben. Wichtig die Darstellungen kurz und griffig zu formulieren. Die Belegstellen müssen dabei angegeben werden. Diskussion die Analysetafel mit Wiki zu verbinden. Wird eine Methode gefunden, wäre der Versuch begrüßenswert.

Thema für das nächste Seminar:


eingestellt am: 16:16, 4. July 2007 (CEST), M.Karig