Protokoll zum Erwägungsseminar „Globalisierung“ 3. Sitzung (07.11.2008)

 

Anwesende: Siehe Teilnehmerliste!

 

Moderation: F. Quaas

 

1. Protokollbestätigung

 

Keine Veränderungswünsche.

 

2. Verständigung über den HA

 

Das Statement gibt Marlen Ebert, indem sie eine kurze Zusammenfassung des HA abliest.

 

Die Diskussion setzt mit der Frage ein, ob Ulrichs Kritik an Smith (HA (28)) korrekt ist. Da es im gegebenen Kontext nicht auf dogmengeschichtliche Feinheiten ankommt, wird das Problem reduziert auf folgende Frage: Ist Smith eine Quelle des ökonomischen Reduktionismus? Der Ökonomismus wird als einengend (frustrierend) charakterisiert, indem über (mehr oder weniger treffend ausgewählte) Beispiele berichtet wird: Vertreibung eines Höhlenvolks in China, glückliche Hühner, gesunde Sachsenmilch etc. Entsprechende Werte werden unkritisch propagiert, zugleich aber ethische Setzungen für problematisch erklärt, weil von ihnen Zwang ausgehe. Eine Begründung von ethischen Normen wird nicht für möglich gehalten, weil man immer irgendwann bei obersten Sätzen ankomme, die sich nicht begründen lassen, jedenfalls nicht logisch. Im gleichen Atemzug wird behauptet, dass man diskursethisch alles begründen könne. Der Widerspruch zwischen diesen Behauptungen wird zwar bemerkt und thematisiert, aber auf sich beruhen gelassen. Dass Minderheiten unter dem Ökonomismus leiden, bleibt im Raume stehen. Der Ökonomismus, obwohl er niemals in reiner Form existiert, werde uns von Kindesbeinen an anerzogen. Er sei historisch mit der ökonomischen Theorie entstanden, die ihrerseits die sich ausbreitende Marktwirtschaft reflektiere. Durch diese Entwicklung sei der ethische Pfad abgerissen. Ulrich möchte die Wirtschaft wieder in die Ethik einbinden. Eine Schlüsselfigur sei dabei der republikanisch gesinnte Wirtschaftsbürger. Einige assoziierten diesen Begriff mit den Republikanern der USA. Es wird auf Kant als Quelle des von Ulrich verwendeten Begriffs hingewiesen. Es entspinnt sich eine Diskussion um die Abgrenzung und den Zusammenhang von Recht und Moral. Die Frage wird andiskutiert, ob Diskursethik die Herstellung von Konsens durch Dialog einschließt. In der Aufklärung der Menschen, die sie anstrebe, sei ein Widerspruch enthalten, der u.a. in der Setzung moralischer Normen zum Ausdruck komme. 

 

 

3. Festlegung des nächsten Diskussionsgegenstands

Vorzubereiten sind die Kritiken von Hengsbach und Kirchgässner.

 

Protokollant:

G. Quaas