Ökonomische und politische Bedingungen der Globalisierung / Wirtschaftsethik

 

Protokoll # 3, Sitzung vom 23.10.2007, Entwurf

 

Moderation: G. Quaas

 

0. Vorschlag und Beschluss der Tagesordnung

 

1. Diskussion des Protokolls vom 16.10.2007

Änderungen:

- „2. Sitzung“ anstelle von „1. Sitzung“

- bei so detaillierten Protokollen wäre eine Numerierung angebracht

- vorletzte Seite, 5. Beitrag von unten (betr.: G.Quaas): anstelle von „Individuum“ „in seiner  Eigenschaft als Mensch“

Weitere Änderungswünsche werden Herrn Seel per e-Mail zugeschickt.

 

2. Diskussion der Regeln. Nachdem kein Widerspruch erfolgte, wurden die Regeln in der Fassung vom Juni dieses Jahres ab nächstes Seminar in Kraft gesetzt.

 

3. Fortsetzung der Diskussion des Hauptartikels

In die Diskussion wurde eine Vorlage einbezogen, die Frau Flöth in absentia zur Klärung der Begriffe Moral und Ethik eingebracht hatte.

Im Mittelpunkt der Diskussion standen eben jene Begriffe. Nach einem kurzen Disput darüber, ob man sich auf bestimmte Grundbegriffe einigen könne, schälte sich als konsensuales Ergebnis der 2. Sitzung heraus, daß

- Ethik und Moral zu unterschieden seien, wobei die Ethik einer höheren Reflexionsstufe als die Moral angehöre;

- Moral ein System von Werten und Regeln sei, das die Funktion habe, zwischenmenschliche Beziehungen zu regulieren.

Es wurde eingewandt, dass diese Begrifflichkeit möglicherweise zu abstrakt sei, um die Intentionen Ulrichs zu erfassen. Der erreichte „Erwägungsstand“ zu den genannten Begriffen wurde als vorläufig akzeptabel eingestuft.

Erneut wurde das in der letzten Sitzung offen gebliebene Problem der Abrenzung der Moral von technischen Regeln (Stichwort: Knigge) aufgeworfen.

Im weiteren wurde - u.a. anhand von ad hoc eingestreuten Beispielen - intensiv das Problem der Spezifik des Moralischen diskutiert, das sowohl für Regeln als auch für Werte (wahrsscheinlich auf gleiche Weise) gelöst werden müsse. Der Versuch, diese Spezifik an der Tatsache der Reflexion festzumachen, konnte sich nicht durchsetzen. Mit Hilfe des Paragraphen ((10)) des HA, insbesondere mit dem darin enthaltenen Hinweis auf den Rollentausch, gelang eine Abgrenzung von überwiegend technischen Regeln zwischenmenschlicher Beziehungen (Beispiel: Anordnung der Bestecke auf einem Speisetisch). Am Beispiel von Wettkampfspielen (Ruggby, Fußball) wurde jedoch gezeigt, dass das Kriterium des Rollentausches nicht hinreicht, um die Spezifik des Moralischen zu bestimmen: „Alles Moralische erfordert einen Rollentausch, aber nicht jeder Rollentausch ist moralisch.“ (Seel) Desweiteren wurde auf die Zielstellung des Rollentausches hingewiesen. Wieder erfolgte Bezugnahme auf HA ((10)), in dem die Spezifik des moralisch relevanten Rollentausches darin gesehen wird, sich in die Situation des anderen unter dem Gesichtspunkt zu versetzen, „was wir selbst wohl in der gleichen Lage fühlen würden“ (Adam Smith). Einige Diskussionsteilnehmer hielten die damit gegebene Abgrenzungsmöglichkeit für hinreichend, das Spezifische des Moralischen zu definieren. 

Im letzten Teil der Diskussion wurde die Frage, ob Leben bzw. Überleben ein unhinterfragbarer Wert sei, aufgeworfen. Angewandt auf Firmen würde eine unbedingte Bejahung bedeuten, dass jegliches Verhalten gerechtfertigt werden könne. Die Unterscheidung zwischen Unternehmen und Individuen wäre in diesem Zusammenhang hilfreich, aber es  blieb ungeklärt, ob und warum man an Individuen andere Maßstäbe als an Firmen anlegen kann.

Aus diesem Kontext erwuchs die Frage, worum es Peter Ulrich in seiner Gesellschaftskritik eigentlich gehe. Erste Meinungsäußerungen dazu konnten wegen Zeitablauf nicht weiter aufgegriffen werden.

 

4. Da kein spezieller Wunsch geäußert wurde, einigte man sich auf die 1. Kritik in der Diskussionseinheit als Gegenstand des nächsten Seminars: Detlef Aufderheide.

 

In der Diskussion wurden folgende Stichwörter für die Begriffsliste benannt:

Ethik, Moral, Vernunftethik.

 

Protokollant: G. Quaas