Kurzprotokoll zum Erwägungsseminar „Globalisierung“ 3. Sitzung (02.05.2014)

 

Anwesende:  siehe Liste

 

Moderation: keine

 

Protokoll: keines

 

Tagesordnung:

 

1. Kurzprotokoll

 

2. Kurz-Info zum begleitenden Lehrstoff

 

3. Diskussion von Wirtschaftstheorie und Wissen (1937)

 

4. Festlegungen für die nächste Sitzung

 

Die vorgeschlagene Tagesordnung wird gebilligt.

 

Zu 1: Keine Anmerkungen

 

Zu 2. G. & F. Quaas berichten. Bachelor sind mit der Unterscheidung von analytischen und synthetischen Sätzen bekannt gemacht worden sowie mit dem Problem der konventionalistischen Interpretation einer Theorie; die Masterstudenten haben sich über das Thema des Methodenpluralismus‘ verständigt.

 

Zu 3: Nach Auslosung gibt Herr Hirschi ein Statement mit dem Inhalt, dass Wissen subjektiv ist, und zwar im umfassenden Sinne, (i) dass jeder etwas anderes über verschiedene Gegenstände und (ii) etwas anderes über denselben Gegenstand weiß. Für den Ökonomen Hayek ist das Wissen wichtig, weil es die Grundlage der Pläne ist, nach denen die Individuen handeln. Wenn mehrere Individuen in einem Handlungszusammenhang stehen, müssen die Pläne zusammenpassen. Das heißt, in das zugrunde liegende Wissen muss Wissen über die Pläne der anderen Individuen eingehen. Dafür wäre perfektes Wissen hinreichend. Ausgiebig wird darüber diskutiert, ob sich perfektes Wissen auf die Pläne oder auf die Präferenzen beziehen soll. Gesucht wird eine möglichst schwache Annahme. Gäbe es fixe Präferenzen, wäre das die schwächere Annahme – angesichts der Tatsache, dass sich die Pläne ständig ändern. Im Falle sich verändernder Präferenzen wären Pläne die schwächere Annahme für den Inhalt des perfekten Wissens.

Hayek unterstellt realistischer Weise, dass wir immer nur unvollständiges Wissen haben. Wenn sich das unvollständige Wissen außerdem auf die wesentlichen, das heißt handlungsrelevanten Daten bezieht, wäre das ausreichend, um ein Gleichgewicht zustande zu bringen.

Zu den Themen Voraussicht und Tendenz zum Gleichgewicht wurde der Lernprozess diskutiert, in dem wir die Pläne der anderen immer besser einzuschätzen lernen. Behauptet wurde: Ursache sei der Misserfolg: Im Falle realisierter Pläne hat man keinen Anlass, das zugrunde liegende Wissen zu revidieren. Es wird bestritten, dass Hayek diese kritisch-rationalistische Position schon so klar vertritt. Die von Hayek behauptete Tendenz zum Gleichgewicht ist die ökonomische Konsequenz des Lernprozesses.

Wie kann das verteilte Wissen der Individuen sich zu einem perfekt zusammenwirkenden Wissen integrieren, wenn es kein übergeordnetes Subjekt des Wissens gibt? Angebotene Lösung (nicht von Hayek, der dies offen lässt): Durch Kenntnis der Schnittstellen.

Zur Rolle von Logik, Mathematik und der Gleichgewichtstheorie: Umstritten ist die These, dass Hayek die Weiterentwicklung der Gleichgewichtstheorie befürwortet, damit die Grenzen dieser Methode klarer werden und sich der Ökonom auf die kausalen Zusammenhänge jenseits der Tautologien konzentrieren kann.

 

Zu 3. Zum nächsten Mal ist der Artikel „Tatsachen der Sozialwissenschaft“ nochmals (gründlich) zu lesen.

 

Protokollant:

G. Quaas