Kurzprotokoll zum Erwägungsseminar „Globalisierung“ 2. Sitzung (15.04.2016)

 

Anwesende: Teilnehmer/innen am Modul Evolutorik II (Masterstudiengang) und Teilnehmer/innen am Modul Globalisierung (Bachelorstudiengang), knapp 20 Teilnehmer/innen  

 

Noch keine bestätigte Liste.

 

Ablauf

 

1. Protokollkontrolle zur 1. Sitzung: keine Anmerkungen.

 

2. Diskussion über Regeln: Präzisierung: „außer Kraft gesetzt ist nur das Bonus-Malus-System“

 

3. Diskussion des HA

 

Einleitend moderiert F. Quaas, um von allen ein Statement über den generellen Eindruck des Hauptartikels (HA) zu erhalten. Im Allgemeinen wird der HA als schwer verständlich angesehen. Vorgeschlagen wird, zunächst einmal grundlegende Begriffe und Theorien zu klären. (Frage: Wer sollte das tun?) Ein anderer Vorschlag lautet, den Hauptartikel aus der Perspektive der Kritiker nach und nach zu entziffern. Als erste Hauptthese wird auf den §21 verwiesen, in dem Geld als Zahlungsmittel bestimmt wird.

 

Frau * hält es für erforderlich, einen Moderator zu haben, und sie ist auch bereit, selber zu moderieren. Aus der Sicht des Protokollanten wird diese Funktion so gut wie nicht ausgeübt.

 

Es kommt zur Diskussion über folgende Themen: Unterschied zwischen Klassik und Neoklassik; die Neutralität des Geldes; das Saysche Theorem; Walras‘ relative Preise; zur Bestimmung des Preisniveaus: die Quantitätstheorie des Geldes: MV=PY. Interpretation dazu aus der Gruppe. (Die Anmerkung „Y kann nicht das BIP sein“ wird nicht beachtet.)

 

Konsens herrscht weitgehend in der Bestimmung des Geldes als Zahlungsmittel. Aber: Geld ist Zahlungsmittel, aber nicht jedes Zahlungsmittel ist Geld. Einer Definition kommt die folgende Bestimmung nahe: Geld kann als ultimatives Zahlungsmittel alle Kontrakte (Tauschgeschäfte) erfüllen. Ob das richtig ist, steht in Frage. Es wird behauptet, dass Definitionen weder wahr noch falsch sind bzw. sein müssen. Das würde eine Diskussion sinnlos machen. (Gegenthese: siehe unten.)

 

Geld ist kein Kredit, weil es keine Zinsen abwirft (§21); Geld löst Kredite auf; Geld wird aus Kredit erzeugt wird (§22). Aber: Nicht jeder Kredit schafft Geld.

 

Geld ist Vermögen. Dieses besteht in der Kaufkraft des Geldes.

 

Zur Frage, ob es einen prinzipiellen Unterschied zwischen Giralgeld und Zentralbankgeld gibt, prallen die Meinungen aufeinander. In normalen Zeiten werde beides 1:1 umgetauscht. Probleme gäbe es in Krisensituationen (Bankenrun.) Auf der einen Position wird behauptet, dass die Zentralbank nur hinreichend viele Scheine drucken müsste, um zu verhindern, dass Geschäftsbanken Pleite gehen. Auf der anderen Position weist auf die Zweistufigkeit des modernen Bankensystems hin: Nur Zentralbankgeld ist zu 100 Prozent gedeckt. Eine Übernahme der Schulden der Geschäftsbanken würde eine massive Inflation erzeugen.

 

Die Diskussion dazu musste wegen Zeitablauf abgebrochen werden.

 

En passant noch zu klärende Fragen: Ist es richtig, dass Realdefinitionen wahr oder falsch sein können?     

 

4. Eine Mehrheit entschied sich für die folgende Aufgabe für das nächste Seminar: Lesen der Kritik von Flassbeck mit Blick auf den HA.

 

Protokollant:

G. Quaas