Protokoll zum Erwägungsseminar „Globalisierung“ 2. Sitzung (24.04.2009)

 

Anwesende: Siehe Teilnehmerliste!

 

Moderation: G. Quaas

 

 

Tagesordnung:

 

1. Protokollbestätigung

 

2. Regeln des Seminars

 

3. Verständigung über den HA

 

4. Festlegung des nächsten Diskussionsgegenstands

 

 

 

Die vorgeschlagene Tagesordnung wird zustimmend gebilligt.

 

Zu 1. Es gibt keine Einwände zum Protokoll der letzten Veranstaltung.

 

Zu 2. Es gibt weder Fragen noch Einwände zu den Regeln, die damit in Kraft gesetzt werden.

 

Ergänzung zu den Regeln:

 

(i) Die Studierenden werden darauf hingewiesen, dass die Bewertung ihrer Leistungen zwar die Einhaltung der Regeln und eine entsprechende Anzahl von Bonuspunkten voraussetzt, aber damit nicht zusammenfällt.

 

(ii) Es wird klargestellt, dass die 14-tägige Vorlesung begleitenden Charakter hat und für Bachelor Pflicht ist.

 

Zu 3. Nach Auslosung wird das Statement von G. Quaas gegeben.

- betont die Aktualität des HA

- Aussagen über die Makroökonomik berücksichtigen die Rolle des Staates zu wenig

- in vergangenen Diskussionen ist die These, dass der Kapitalismus am Brennstoffmangel scheitert, zu unrecht Altvater unterstellt worden.

 

Es wird nach Belegstellen gefragt (à z.B. HA 39)

- Es gehe A. vor allem um eine Kritik der Mikroökonomik.

- Der Staat habe nicht mehr die Macht, die Wirtschaft unter Kontrolle zu bringen.

- Altvater konzentriert sich nicht auf die Makroebene, sondern will die historische Entwicklung erklären (Scholz)

- Es handele sich vor allem um eine Analyse, Lösungsansätze vermisse man (Klein).

- Ein Wissenschaftler kann die Lösungen nicht bringen, müsse durch die Politik erfolgen (Scholz).

- Es wird ein so negatives Bild gezeichnet, dass man gar nicht auf eine Lösung hoffen kann (Klein).

- Altvater wolle als Marxist vor allem die krisenhaften Tendenzen des Kapitalismus herausarbeiten (Schubert).

- Hinweis, dass nach Altvater eine Zerstörung des Kapitalismus nur von aussen kommen kann. (Sterner)

- Was soll das Außen sein in einer globalisierten Welt? (F. Quaas)

- Altvater habe die technologische Entwicklung nicht beachtet: Was ist, wenn Maschinen Maschinen produzieren? (Keyserlingk)

- Es wird auf mehrere Stellen hingewiesen, in denen A. auf die technlogische Entwicklung eingeht.

- Was ist der Kapitalismus, und welche Möglichkeiten gibt es für seine weitere Entwicklung? (Keyserlingk)

- A. wolle gar keine Lösungen aufzeigen. (Scholz)

- Betont die Aktualität (Ribbeck)

- A. stellt den Fordismus in den Vordergrund und erwähnt den Postfordismus nur nebenbei. (F. Quaas)

- K. Schubert meint, dass die Umweltprobleme vom Kapitalismus leichter gelöst werden können als die sozialen Probleme.

- Das wird bezweifelt; bloße Möglichkeiten (z.B. um Papier zu sparen) müssen durch eine Einstellungsänderung begleitet werden. (Klein)

- Kapitalismus sei aber nicht nur eine Denkweise, sonderen ein gesellschaftliches Verhältnis (Hübener). Hinweis, dass A. bewusst viele Fragen ausklammert.

- Was ist das Wesen des Kapitalismus? (Keyserlingk)

- K. hat die Mission der Produktivitätssteigerung. (Schubert)

- Rationalisierung (Gröschel)

- Man dürfe A. nicht wörtlich nehmen, sondern den Text als Ganzes betrachten. (Scholz)

- Gärtner stimmt dem zu, weil es sonst eine Reihe von Widersprüchen gäbe.

- Schubert bezweifelt, dass es Widersprüche im Text gibt.

- Klein meint, dass A. ein zu negatives Kapitalismusbild habe.

- Vielleicht unterstellt A. dem Kapitalismus, was aufgrund anderer Ursachen passiert ist. (Keyserlingk)

- Ribbeck wirft die Entbettungsthese auf. Verselbständigung unseres Produktes (des Kapitalismus’).

- WIR haben den Kapitalismus erfunden, ihn entbettet, um ihn zu erforschen und das toll gefunden, haben dabei die falschen Ziele verfolgt. (Keyserlingk)

- Welche anderen Ziele sollen das sein? (Schubert)

- Scholz bezweifelt, dass wir den Kapitalismus erfunden/geschaffen haben. Besser: Der Kapitalismus ist entstanden. Man kann den Kapitalismus nicht einfach so gebrauchen, wie wir das wollen.

- F. Quaas greift die Entbettungsthese auf und dringt auf Klärung.

- Markt stelle sich neben die anderen sozialen Systeme und dominiere sie. Ökonomie habe die Macht über die Gesellschaft.

- Wir können die Ökonomie aber nicht mehr steuern. (Gröschel)

- Gärtner sieht die Entbettung als eine zwangsläufige Entwicklung: Wir sind in die ökonomische Beziehungen eingebettet.

- Hier gehe es um die Dominanz ökonomischer Beziehungen. (Schubert)

- Hinweis auf die enorme Macht von Unternehmen. (Lahn)

- Sei keine zwangsläufige Entwicklung: Man kann sie auch überwinden (Scholz).

- Austauschbeziehungen ersetzen persönliche Beziehungen. Das Ausmaß müßte gesteuert werden. (Gärtner)

- Hinweis auf die (angebliche) Tendenz, immer abgehobenere Bedürfnisse zu befriedigen. (Scholz)

- Kapitalismus sei künstlich entstanden, man könne ihn auch zugunsten anderer Werte gestalten (Ribbeck). Dazu müssen wir die Menschheit verändern. Müssen höhere Bedürfnisse befriedigen und nach vorn denken.

- Warum können wir die Ökonomie nicht einfach wieder einbetten? (F. Quaas)

- Versuch, den Systembegriff zu thematisieren: Besteht ein Wirtschaftssystem aus Subjekten?

- Radikale Änderungen gäbe es nur, wenn es allen schlecht gehe… (Scholz)

- Man müsse klären, was „entbettet“ heisst (Schubert)

- Nach der Entbettungsthese waren in früheren Gesellschaften ökonomische Beziehungen nicht so dominant. (F. Quaas) 

- Inwertsetzung als Zeichen der Entbettung? (Keyserlingk)

- Inwertsetzung könnte den Urwald schützen (G. Quaas)

- Frage, ob wir uns überhaupt bewusst sind, welchen Wert die Dinge haben? (Großmann)

- Teil der Entbettung sei, dass alles monetär bewertet ist. (Scholz)

- Können wir überhaupt alles bewerten? (Klein)

- Bewertungen sind Element des Alltags. (Ribbeck)

- Die Frage, ob Bewertungen, insbesondere monetäre Bewertungen, notwendig sind, bleibt ungeklärt.

- Es entspinnt sich noch einmal eine Debatte über den methodologischen Individualismus und die Rolle des Systembegriffs (Scholz, Schubert).

- Gröschel und Gärtner diskutieren eine Welt, in der Maschinen Maschinen produzieren.

- In einer solchen Welt gäbe es keine Verwertung (F. Quaas)

- Kurze Diskussion des Begriffes „Verwertung“.

- Vorschlag, unter Entbettung die Dominanz der ökonomischen Verhältnisse zu verstehen. (F. Quaas)

- Trotzdem gäbe es Schnittstellen und Gestaltungsmöglichkeiten. (Scholz)

- Vorschlag zur Bestimmung des Entbettungstheorems: Dominanz, Entbetten aus der Natur, Beschleunigung, Verselbständigung der Ökonomik. (F. Quaas)

- Interdisziplinarität ist nicht gefragt. (Klein)

- Erfahrungen mit der Interdisziplinarität. (F. Quaas)

- Ökonomie wird von aussen anders wahrgenommen als sie ist. (Scholz)

- Sieht nirgendwo eine Veranstaltung, in der Kritik am der Ökonomik möglich ist (Klein)

- Züchtet sich der Kapitalismus durch die Ausbildungsform seine Protagonisten heran? (Gröschel)

 

Zu 4. Es wurde entschieden, dass in der nächsten Sitzung die Kritik von Antweiler vorbereitet wird.

 

Protokollant:

G. Quaas

 

Anmerkung:

Auf Beschluss der Gruppe vom 15.09.2009 wurden die Vornamen gelöscht.